Grönemeyers Aufstieg zum Popstar in einer Doku
Eigentlich wollte er Fussballer werden. Jetzt füllt Herbert Grönemeyer die Stadien mit seiner Musik. Eine Doku zu seinem 70. Geburtstag geht seinem Aufstieg zum Popstar nach – mitsamt Höhen und Tiefen.

Er sei ein «Kampfsänger», er könne stundenlang singen und Zugaben geben, wenn man ihn «von der Kette lässt». So beschreibt sich Herbert Grönemeyer selbst in einer neuen Dokumentation über sein Leben. Viele dürften wissen, was er meint: Wer den Sänger aus dem Ruhrgebiet live erlebt hat, weiss, dass er sich für sein Publikum gerne verausgabt.
Grönemeyer wird am 12. April 70 Jahre alt. Das Erste Deutsche Fernsehen ARD widmet ihm anlässlich des runden Geburtstags die Doku «Grönemeyer – Alles bleibt anders». Sie ist in der ARD Mediathek zu sehen (Start: 8.4.), im linearen Fernsehen wird sie am 13. April ausgestrahlt.
Der rund 90-minütige Film gibt zwar einige persönliche Einblicke in das Leben des in Bochum im Ruhrgebiet aufgewachsenen Künstlers und zeichnet dabei chronologisch die biografischen Stationen nach; grosse Enthüllungen aus seinem Privatleben liefert er jedoch nicht. Er beleuchtet insbesondere Grönemeyers Aufstieg zum Popstar, seinen Umgang mit Schicksalsschlägen und mit seiner Bekanntheit sowie sein gesellschaftliches Engagement.
Mit Archivmaterial von alten Konzerten und Interviews nähert sich die Doku der Frage an, was Grönemeyer als Musiker und Mensch ausmacht. Zu Wort kommen neben seiner Managerin und seinem Tourmanager etwa die Schauspielerin Nina Hoss, die der Sänger als «sehr gute Freundin» bezeichnet, die Komikerin Anke Engelke und Fussballweltmeister Toni Kroos.
Von seiner ursprünglichen Sehnsucht her gedacht, sagt Grönemeyer an einer Stelle, wäre er lieber Kroos geworden. Denn früher habe er immer davon geträumt, entweder Gebrauchtwagenhändler oder eben Fussballer zu werden. Bekanntlich kam es anders.
Zwar macht er sich zunächst am Theater und beim Film einen Namen, etwa in der Wolfgang-Petersen-Verfilmung des Buches «Das Boot» (1981). Der musikalische Durchbruch gelingt ihm dann aber im Jahr 1984 mit der Platte «4630 Bochum». Grönemeyer beschreibt die Zeit zwischen '84 und '90 in der Doku rückblickend als «Dauerrausch». «Das ist wie jedes Wochenende ein anderes Tennisturnier, also jedes Wochenende Grand Slam.»
Doch es gibt auch deutlich härtere Zeiten, die Grönemeyer und sein Erfolgsalbum «Mensch» prägen. Binnen weniger Tage sterben 1998 sowohl seine erste Frau als auch sein Bruder. In der Doku muss er kurz die Worte dafür finden. «Es war halt eine unfassbare Zäsur, ein Riss, würde ich sagen. Da kommt alles zum Stillstand. Wie so ein Beben», sagt er. Eine «grosse Stille».
Seine Stimme findet er jedoch wieder. Die Platte «Mensch», die 2002 erscheint, gehört mit mehr als drei Millionen Exemplaren bis heute zu den meistverkauften in Deutschland. Am Ende zeichnet die Dokumentation das Bild eines Künstlers, der sich immer wieder neu erfinden will.










