Somalias Regierung wirft UN Sondergesandten raus

    AFP
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    Somalia,

    Der UN-Sondergesandte Nicholas Haysom hat sich in Somalien unbeliebt gemacht. Seine Kritik an somalischen Sicherheitskräften führte zu seinem Rauswurf.

    Nicholas Haysom
    Nicholas Haysom bei einer Pressekonferenz. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der UN-Sondergesandte Nicholas Haysom ist in Somalia «nicht mehr willkommen».
    • Mit der Kritik am Einsatz der Sicherheitskräfte habe er deren «Souveränität verletzt».

    Somalias Regierung hat den UN-Sondergesandten Nicholas Haysom zur Ausreise aufgefordert. Der Südafrikaner Haysom sei in Somalia «nicht mehr willkommen» und könne dort nicht mehr arbeiten, weil er «die Souveränität des Landes» verletzt habe, erklärte das Aussenministerium in Mogadischu am Mittwoch. Haysom hatte sich am Sonntag besorgt über einen Einsatz somalischer Sicherheitskräfte geäussert, bei dem nach UN-Angaben mindestens 15 Menschen getötet und 300 Menschen festgenommen worden waren.

    Somalische Sicherheitskräfte hatten Mitte Dezember Proteste in der Stadt Baidoa im Südwesten des Landes niedergeschlagen. Die Demonstrationen richteten sich gegen die Festnahme des früheren Islamistenführers Muktar Robow, der für das Amt des Regionalpräsidenten kandidiert. Robow, der sich 2017 von der islamistischen Shebab-Miliz losgesagt hatte, wurde festgenommen und in die Hauptstadt Mogadischu gebracht, weil er nach Angaben der Regierung die «Stabilität» Somalias gefährdet.

    Haysom hatte am Sonntag an die somalische Regierung geschrieben. Er fragte, auf welcher rechtlichen Grundlage Robow festgenommen worden sei, und forderte eine Untersuchung der Todesfälle bei den Protesten.

    Die UN-Unterstützungsmission in Somalia (Unsom) unterstützt die Friedensbemühungen und die international anerkannte Regierung. Sie hilft auch der somalischen Polizei, etwa mit Gehaltszahlungen, Uniformen und Schulungen. Haysom, ein südafrikanischer Anwalt und Diplomat, hat seinen Posten in Somalia im September 2018 angetreten und war zuvor bereits UN-Gesandter im Sudan und im Südsudan.

    Somalia war nach dem Sturz des Machthabers Siad Barre im Jahr 1991 im Bürgerkrieg versunken. Die islamistische Shebab-Miliz kontrollierte über Jahre weite Teile des Landes am Horn von Afrika und verübt noch immer regelmässig Anschläge, auch auf die UN-Mission.

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