Ukraine stellt Bedingungen für Angriffsstopp auf Raffinerien
Die Ukraine bietet den USA an, russische Raffinerien einen Monat lang zu verschonen, verlangt dafür aber Patriot-Raketen.

Die Ukraine knüpft den Stopp ihrer Angriffe auf russische Ölanlagen an Bedingungen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte. Er äusserte sich am Sonntag in einem Interview des US-Senders Fox News zu seinem Angebot an die US-Regierung.
Selenskyj zufolge darf Russland das ukrainische Energiesystem nicht mehr angreifen, wenn Kiew auf Schläge gegen Raffinerien verzichten soll. Als Alternative fordert er Waffen, sagte er laut «ZDFheute»: «Eine andere Möglichkeit wäre: Gebt uns Patriot-Raketen.»
Konkret bietet Selenskyj einen Monat Pause bei den Angriffen an, falls Washington im gleichen Zeitraum die Raketensysteme bereitstellt. Bedenken, das Angebot könne als Druck auf Trump wirken, habe er keine, sagte er.
Ukraine meldet schwindende Patriot-Vorräte
Die Ukraine meldet laut dem «Merkur» einen Bedarf von fast 2000 modernen Patriot-Abfangraketen pro Jahr an. Lockheed Martin fertigt weltweit weniger als 700 Stück jährlich, und die US-Lieferungen sanken nach ukrainischen Angaben auf zwölf pro Monat.
Wie «ZDFheute» berichtet, genehmigte die US-Regierung am Freitag den Verkauf von 500 Patriot-Abfangraketen an Kiew. Bis zur Lieferung könnten Jahre vergehen, weshalb Selenskyj eine Übergangslösung aus Beständen der USA und Europas fordert.
Laut dem «Tagesspiegel» sagte Selenskyj, Kiew könne nicht untätig bleiben, nachdem Russland Energieinfrastruktur, Strom- und Gasversorgung sowie Raffinerien angegriffen habe. Bei den Raketen betonte er: «Die Finanzierung dafür werden wir sicherstellen, es geht nicht nur um Hilfsgelder.»
Übergangslösung bei Patriot-Raketen
Selenskyj will laut dem «Tagesspiegel» mit Partnern vereinbaren, dass diese ihm vorab jeweils 10, 20 oder 30 Raketen überlassen. Die Ukraine würde sie später aus dem US-Paket zurückgeben, mit einem gewissen Aufschlag oder auch ohne.

Trump hat Kiew für die Angriffe auf russische Ölanlagen scharf kritisiert, weil er sie für steigende Energiepreise verantwortlich macht. Washington und Moskau einigten sich zuletzt auf ein umstrittenes Dieselabkommen, das durch Lockerungen der US-Sanktionen möglich wurde, schreibt «ZDFheute».
Nach Angaben des «Merkur» beschädigten Drohnen zentrale russische Raffinerien teils schwer und lösten in Dutzenden Regionen Treibstoff-Engpässe aus. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte Kiew zuvor gebeten, von solchen Angriffen auf russische Raffinerien abzusehen.












