Putin will keinen Krieg mit Europa – ist aber bereit
Putin sagt, Russland sei bereit, wolle aber keinen Krieg mit Europa. Zugleich warnt der russische Präsident vor einer Hormus-ähnlichen Lage in der Ostsee.

Putin hat bei einer Pressekonferenz in Moskau eine mögliche militärische Konfrontation mit Europa angedroht, berichtet die «Berliner Morgenpost». Russland sei bereit und wolle keinen Krieg, doch: «Wenn jemand einen will, soll er sich vorbereiten.»
Er reagierte damit auf Warnungen aus Europa vor einem Krieg mit Russland innerhalb der nächsten vier Jahre. Der Westen habe sein Ziel einer strategischen Niederlage Russlands bislang nicht erreicht, behauptete der russische Präsident.
Zugleich warnte Putin vor den Folgen: «Wenn die Dinge zu weit gehen, wird es keine Gewinner geben.» Er sprach am Rande des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau vor der Presse, wie der «Tagesspiegel» berichtet.
Putin vergleicht die Ostsee mit der Strasse von Hormus
Russland wolle die Schifffahrt in der Ostsee nicht behindern, sagte Putin laut dem «Tagesspiegel» an der Pressekonferenz. Eine mögliche Einschränkung der Schifffahrt könne aber zu einer ähnlichen Lage wie in der Strasse von Hormus führen.
Die Meerenge ist seit den US-Angriffen auf den Iran im Februar angespannt und war lange unpassierbar. Zur Lage in der Ostsee sagte Putin: «Wir wollen das nicht, aber wir werden auf jede Herausforderung reagieren.»
Wiederholte Schäden an Unterwasserinfrastruktur und die russische Schattenflotte beschäftigen laut der «Berliner Morgenpost» die europäischen Sicherheitsbehörden. Mit der Schattenflotte versuche Moskau gemäss der Zeitung, westliche Sanktionen gegen seine Ölexporte zu umgehen.
Treffen in Abu Dhabi
Am Dienstag sprachen Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre erstmals mit dem russischen Präsident, schreibt «Cash». Beide Seiten hatten das Telefonat zuvor nicht öffentlich angekündigt, es dauerte jedoch rund 90 Minuten.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte dem Sender DR, sie stehe dem Telefonat «sehr skeptisch» gegenüber. Stubb und Støre informierten zudem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über ihr Gespräch mit Putin.
In Abu Dhabi soll es im November um die Sicherheit Russlands und der Ukraine nach einem Kriegsende gehen. Zudem wollen Stubb, Støre und Putin laut dem Kreml weiter telefonisch in direktem Kontakt bleiben.
















