Schweizer Hilfswerke belegen in Studie ihre Wirksamkeit
Eine Studie von sechs Schweizer Hilfswerken belegt die Wirksamkeit ihrer Projekte. In den untersuchten Regionen habe sich der akute Hunger halbiert. Die Ergebnisse wurden vor dem Hintergrund der Spardebatte in der Entwicklungszusammenarbeit präsentiert.

Die Ernährungsunsicherheit in den Projekten der Schweizer Hilfswerke sei deutlich zurückgegangen, wie die Organisationen Fastenaktion, Swissaid, Vétérinaires Sans Frontières Suisse, Vivamos, Aqua Alimenta und die Skat Foundation am Mittwoch mitteilten. Im Durchschnitt sank sie in 16 untersuchten Projekten von 61 auf 41 Prozent. Der Anteil der Haushalte, die unter akutem Hunger leiden, reduzierte sich von 22 auf 11 Prozent.
Für die gemeinsame Wirkungsmessung befragten die Organisationen laut der Mitteilung seit 2021 mehr als 56'000 kleinbäuerliche Haushalte. Die Erhebung basiert auf Instrumenten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Sie wurde von der Universität Bern und der ETH Zürich wissenschaftlich begleitet.
Die Studie mass 2025 erstmals auch die soziale Komponente. Diese habe sich als ebenso wichtig für die Ernährungssicherheit wie die Vielfalt auf den Feldern erwiesen. Haushalte, die nicht nur vielfältig anbauten, sondern sich auch in Gruppen organisierten, waren rund ein Viertel seltener von Hunger betroffen. Die Partnerorganisationen der Allianz unterstützen deshalb den Aufbau von Kooperationen, in denen Wissen geteilt und Kredite gewährt werden.
Die öffentlichen Gelder wirken laut den Organisationen als Hebel. Aus einem Franken des Bundes würden 3.60 Franken generiert. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) trug 2025 12,8 Millionen Franken bei.
Durch Spenden, Stiftungsbeiträge und Eigenmittel umfasse das Programm ein Volumen von 45,5 Millionen Franken. Damit erreichten die Hilfswerke und ihre rund 300 lokalen Partner im Jahr 2025 laut eigenen Angaben rund 1,2 Millionen Menschen in 28 Ländern.
Die Veröffentlichung der Studie fällt in eine Zeit, in der der Bundesrat bis 2030 Einsparungen von rund 113 Millionen Franken bei der internationalen Zusammenarbeit plant.
Vor diesem Hintergrund warnen die Hilfswerke vor den Folgen. «Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Aber Wirkung braucht Jahre, nicht eine Saison», wurde Flurina Derungs, Co-Präsidentin der Alliance Sufosec – dem Zusammenschluss der sechs Organisationen -, in der Mitteilung zitiert.










