BSC Young Boys

    YB Frauen – Bonsu: «Vom ‹Bärndütsch› verstehe ich kein Wort»

    Pierre Benoit
    Pierre Benoit

    Bern,

    Josephine Bonsu ist bereit, bei den YB Frauen in die Fussstapfen von Iman Beney und Naomi Luyet zu treten. Die 27-Jährige im Portrait des BärnerBär.

    Die 27-jährige Flügelstürmerin Josephine Afua Kyerewaa Bonsu.
    Die 27-jährige Flügelstürmerin Josephine Afua Kyerewaa Bonsu. - Daniel Zaugg

    Josephine Bonsu, die von ihren Teamkolleginnen kurz «Josi» genannt wird, begann ihre Fussballkarriere beim SC Alemannia 06 Haselhorst, wo sie bis zur U15 mit den Buben spielte. Anschliessend wechselte sie zum 1. FC Lübars, bevor sie 2015 in das Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Union Berlin aufgenommen wurde.

    Nach einer Saison in der U17 rückte sie bereits ins Fanionteam auf. 2021 schloss sich Bonsu Türkiyemspor Berlin 1978 in der Regionalliga an. Ein Jahr später wechselte sie zum FC Carl Zeiss Jena.

    Dort absolvierte sie in den vergangenen vier Saisons insgesamt 85 Pflichtspiele. Davon bestritt sie 41 Partien in der 2. Bundesliga (Saison 2023/24) sowie 44 Einsätze in der 1. Bundesliga (2024/25 und 2025/26).

    «Doch oft haben wir mit Jena nicht gewonnen. Ich hasse zu verlieren, mag dagegen internationale Spiele zu bestreiten und vor allem zu gewinnen. Dies, sowie die Aussicht in der Champions League zu spielen, haben mich gereizt und das Gespräch mit Imke Wübbenhorst hat mich restlos überzeugt, deshalb habe ich erstmals einen Vertrag unterschrieben, ohne vorher das Stadion und die Stadt kennengelernt zu haben.»

    Josephine Afua Kyerewaa Bonsu wurde am 20. August 1999 in Berlin geboren.
    Josephine Afua Kyerewaa Bonsu wurde am 20. August 1999 in Berlin geboren. - Daniel Zaugg

    Im Nationalteam von Ghana wird sie oft als Aussenverteidigerin eingesetzt, doch sie mag es, anzugreifen. «Ich liebe, den Ball am Fuss zu führen, offensiv zu spielen, zu gewinnen und Tore zu schiessen», sagt die neue YB-Stürmerin, die jüngste von vier Schwestern in der Bonsu-Familie.

    Besser als ihre Teamkollegen

    Bereits in frühester Jugend gewann «Josi» viel Aufmerksamkeit. Mit ihrer Schnelligkeit und technischen Souplesse war sie den meisten ihrer männlichen Teamkollegen überlegen und so war für sie schon bald klar, dass sie sich nicht für Streetdance, den sie mit einer ihrer Schwestern pflegte, sondern für Fussball entscheiden wird.

    «Fussball machte mir auch mehr Spass», sagt sie mit strahlenden Augen. Für die Fortsetzung ihrer Karriere hat sie grosse Pläne. «Zuerst will ich mich bei YB richtig einleben, mich bestätigen und gute Leistungen zeigen.»

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    Ihr Vertrag läuft vorerst bis 2028, dann sieht man weiter. Ihre ersten Eindrücke vom Team und der Stadt sind ausgezeichnet. Sie lebt in einer Wohngemeinschaft mit den beiden Torhüterinnen Amanda Brunholt (Dänin) und Iina Rautianen (Finnin), denen sie in den nächsten Wochen ihre Kochkünste beweisen will.

    «Ich koche gerne und gut, liebe die asiatische Küche, mein Spezialgericht ist Poulet an einer eigens zubereiteten Marinade.» Die Zusammensetzung der WG bringt nur ein Problem mit sich: Im «Bärndütsch» kann das Trio zuhause keine Fortschritte erzielen, gesprochen wird englisch.

    «Reden die Schweizerinnen in der Garderobe untereinander ‹Bärndütsch›, verstehe ich kein Wort. Ich wusste bei meiner Ankunft gar nicht, dass hier eine andere Sprache gesprochen wird als in Berlin», sagt sie abermals mit einem herzhaften Lachen.

    Bonsu
    «Sprechen die Schweizerinnen in der Garderobe untereinander ‹Bärndütsch›, verstehe ich kein Wort», Josephine Bonsu. - Daniel Zaugg

    In ihrer Freizeit möchte die Berlinerin, die in Potsdam einen Bachelor in Sportmanagement abgeschlossen hat, bald noch eine Nebenbeschäftigung finden. Fussball und die YB Frauen stehen zwar klar an erster Stelle, doch Zeit für einen Nebenjob gibt es allemal.

    PERSÖNLICH

    Josephine Afua Kyerewaa Bonsu wurde am 20. August 1999 in Berlin geboren. Ihre Fussballkarriere führte sie über Alemannia Haselhorst, FC Lübars, Union Berlin, Türkiyemspor Berlin, Carl Zeiss Jena (2. und 1. Bundesliga) zu YB, wo sie einen Vertrag bis 2028 besitzt. Sie ist Mitglied des Nationalteams von Ghana. Ihr Vater stammt aus Ghana, die Mutter aus Deutschland, sie hat drei Schwestern.

    Derzeit absolviert sie neben den Trainings bei YB vor allem intensive Kraftlektionen, denn in körperlicher Hinsicht hat die relativ kleine und schmal gebaute Stürmerin noch Aufholbedarf.

    Vom Niveau angetan

    Vom Niveau, das sie in der Schweiz vorgefunden hat, ist Bonsu positiv überrascht. «Es wird schnell, technisch gut und taktisch auf hohem Niveau gespielt, die Liga ist ausgeglichen.» Geradezu begeistert war «Josi», als sie zum ersten Mal ein Spiel der YB-Männer gesehen hat.

    Im Nationalteam von Ghana wird Bonsu oft als Aussenverteidigerin eingesetzt.
    Im Nationalteam von Ghana wird Bonsu oft als Aussenverteidigerin eingesetzt. - Daniel Zaugg

    «Gegen Basel verfolgte ich einen unglaublich guten Match, schnell und intensiv mit vielen Torszenen. Aber der Name YB war mir schon ein Begriff, bevor ich hierherkam, deshalb war ich auch vom hohen Niveau wenig überrascht.»

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