Scholz und Lindner: Getrennte Wirtschaftsgipfel sorgen für Ärger

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Deutschland,

    Die getrennten Gipfeltreffen des deutschen Bundeskanzlers Scholz und dem Finanzminister Lindner sorgen für Unmut in der Koalition – weitere sind geplant.

    Linder, Habeck, Scholz
    Kanzler Scholz, Wirtschaftsminister Habeck und Finanzminister Lindner werden sich nicht einig. - keystone

    Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner veranstalten separate Treffen mit Wirtschaftsvertretern. Dies führt zu Spannungen in der Ampelkoalition.

    Beim Gipfel am Dienstag waren 13 Vertreter von Industrieverbänden, Gewerkschaften und ausgewählten Konzernen anwesend. Lindner hatte parallel dazu ein eigenes Treffen organisiert.

    Bundeskanzler Olaf Scholz plant einen weiteren Industriegipfel ohne die Beteiligung seiner Minister Robert Habeck und Christian Lindner.

    Scholz vs Lindner: Reaktionen aus der Wirtschaft

    Die Wirtschaft reagiert positiv auf Scholz' Vorgehen. Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des BDI, begrüsst laut «Bild», dass der Kanzler die Stärkung des Industriestandards zur Chefsache macht.

    Gönner sieht Scholz jedoch auch in der Pflicht. «Er ist als Regierungschef verantwortlich, ein gemeinsames Handeln der Regierung für mehr Wachstum und mehr Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln».

    Der erste Gipfeltag blieb laut Gönner ohne konkrete Ergebnisse. Sie kritisiert: «Die angekündigte neue industriepolitische Agenda lässt weiter auf sich warten.»

    Spannungen in der Koalition

    Die getrennten Gipfel von Scholz und Lindner sorgen für Unmut bei den Grünen. Wie «Zeit» berichtet, fordern sie beide zur Rückkehr an die «Werkbank» auf.

    Lindner, Scholz, Habeck
    Koalition in der Krise: Kanzler Scholz will Lindner auch zukünftig bei Gesprächen ausschliessen. - keystone

    «Stern» bezeichnet die Situation als «Gipfelduell» zwischen Scholz und Lindner. Die Wirtschaftspolitik scheint zum Streitpunkt in der Ampelkoalition zu werden.

    Eine Kollegin von Wirtschaftsminister Habeck kritisiert die Situation scharf. Laut «Frankfurter Rundschau» spricht sie von einem «Gipfel der Eitelkeiten».

    Ausblick auf weitere Treffen

    Scholz plant bereits den dritten Gipfel in dieser Konstellation. Hebestreit kündigt an, dass es «mindestens» noch ein weiteres Treffen im bisherigen Kreis geben soll.

    Zwischendurch sind laut «Bild» Gespräche auf Arbeitsebene geplant. Das Ziel des Kanzlers ist es, einen «Pakt für die Industrie» zu schmieden.

    Kommentare

    User #5170 (nicht angemeldet)

    Der Ampel gehen die Lichter aus. Ist auch höchste Zeit. Deutschland fährt direkt in eine Rezession. Dies wird ganz Europa mit runterziehen. Auch die Schweiz wird davon betroffen sein. Hoffen wir dass sich die politischen Instabilitäten in D bald klären. Ob die Wirtschaft dann sofort wieder dreht bezweifle ich jedoch. D hat enorme Strukturprobleme und viel zu Energiekosten. Aber daran sind sie selbst schuld.

    User #6271 (nicht angemeldet)

    Was bildet sich die FDP ein, in 6 Bundesländern regiert sie nicht mehr mit, Es gibt mehr Wähler für die Tierschutzpartei als für die FDP. Bei der nächsten Wahl sind sie in allen Bundeländern raus - zu Recht.

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