Sanktionen gefordert nach Ben-Gvirs Tötungsaufruf in Gaza

Esada Kunic
Esada Kunic

Deutschland,

Israels rechtsextremer Polizeiminister Ben-Gvir will jede Nacht Dutzende Menschen töten. Jetzt prüft Deutschland Sanktionen auf EU-Ebene.

Ben Gvir sanktionen
Ben-Gvir will jede Nacht Dutzende töten. Klingbeil und die Grünen fordern jetzt Sanktionen gegen den israelischen Minister. - keystone

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat mit Aussagen über gezielte Tötungen erneut international für Entsetzen gesorgt.

In einem Podcast erklärte er, man solle jede Nacht 30 bis 40 Menschen in Gaza gezielt töten, berichtet die «taz».

Findest du, dass die EU Sanktionen gegen Ben-Gvir verhängen sollte?

Er bezog sich dabei nicht nur auf Personen, die eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Er erklärte, es gebe Menschen in Gaza, die es nicht verdient hätten zu leben.

Klingbeil zieht klare Grenze

Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil bezeichnete das Verhalten des Ministers als «menschenverachtend». Er stellte klar, dass die Bundesregierung solche Aussagen in keiner Weise akzeptieren könne.

Der SPD-Chef äusserte sich dazu in der Sat.1-Sendung «newstime», wie der «Tagesspiegel» berichtet.

Auf europäischer Ebene müssten jetzt «sehr ernsthaft» auch Sanktionen geprüft werden, betonte der Vizekanzler. Er unterscheide dabei zwischen Solidarität mit dem Staat Israel und Solidarität mit einzelnen Ministern.

Sanktionen: Grüne fordern Einreiseverbot

Auch aus der Opposition kamen laut «finanznachrichten.de» deutliche Forderungen nach konkreten Schritten. Grünen-Chefin Franziska Brantner forderte die Bundesregierung auf, ein Einreiseverbot gegen Ben-Gvir zu verhängen.

Zudem forderte sie, sich für ähnliche Sanktionen auf europäischer Ebene einzusetzen.

Itamar Ben-Gvir sanktionen
Nach Ben-Gvirs Schock-Aussagen zu Gaza: Deutschland prüft Sanktionen gegen den rechtsextremen Minister. - keystone

Brantner bezeichnete Ben-Gvirs Äussерungen als «zutiefst verstörend und menschenverachtend». Sie verwies darauf, dass mehrere europäische Staaten bereits Sanktionen gegen ihn verhängt hätten.

Europäische Staaten handeln bereits

Laut der «taz» forderte Ben-Gvir zusätzlich eine israelische Übernahme des gesamten Gazastreifens.

Zudem plädierte er für eine möglichst starke Auswanderung der palästinensischen Bevölkerung.

Überdies rief Ben-Gvir laut dem «Tagesspiegel» dazu auf, jüdische Siedlungen im gesamten Gazastreifen zu errichten. Er bekräftigte seine frühere Aufforderung an die Palästinenser, auszuwandern.

Kommentare

User #5727 (nicht angemeldet)

Und es wird wieder nichts passieren - in diesem Land 😠

User #2856 (nicht angemeldet)

Sanktionen bringen überhaupt nichts. Jetzt müssen Taten erfolgen.

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