Russland unter internationalem Druck nach Oreschnik-Einsatz
Russland feuert eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete nahe Kiew ab. Der schwerste Angriff seit Kriegsbeginn löst internationale Empörung aus.

In der Nacht auf Sonntag hat Russland die ukrainische Hauptstadt mit einem massiven Luftangriff überzogen.
Wie der «ORF» berichtet, wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und über 100 weitere verletzt.
Insgesamt kamen laut «ZDFheute» rund 690 Waffen zum Einsatz, darunter 90 Raketen, Marschflugkörper und rund 600 Drohnen verschiedener Typen. Die ukrainische Luftabwehr konnte einen Grossteil abfangen, jedoch nicht alle ballistischen Raketen abwehren.
Russland bestätigt Oreschnik-Abschuss
Besonders alarmiert hat den Westen der Einsatz der Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik. Laut «ORF» handelt es sich um eine atomwaffenfähige Waffe, die bis zu 12'000 Kilometer pro Stunde erreichen kann.
Die Rakete wurde auf die Grossstadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet abgefeuert, wie «ZDFheute» berichtet. Als mutmassliches Ziel gilt der dortige Militärflughafen, auf dem westliche Kampfjets stationiert sein sollen.
Es war bereits der dritte Kriegseinsatz dieser Waffe, erstmals jedoch nahe der ukrainischen Hauptstadt. Russland bestätigte den Abschuss und bezeichnete ihn laut «ORF» als Antwort auf «terroristische Angriffe» der Ukraine auf russisches Territorium.
Weltweite Verurteilung
EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas warf Russland «nukleares Säbelrasseln» vor und bezeichnete die Angriffe als gezielte Einschüchterungstaktik, so der «ORF». «Diese abscheulichen Terrorakte sind darauf ausgelegt, so viele Zivilisten wie möglich zu töten», sagte Kallas.
Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte den Einsatz als «rücksichtslose Eskalation» und bekräftigte Deutschlands Unterstützung für die Ukraine, wie der «Tagesspiegel» berichtet.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprachen von Moskaus «Sackgasse», berichtet das «ORF».
Auch Medienbüros getroffen
Bei den Angriffen wurden neben Regierungsgebäuden auch das ARD-Studio und das Hauptbüro der Deutschen Welle in Kiew beschädigt.
Wie «ZDFheute» meldet, seien die ARD-Räume massiv beschädigt und teils zerstört worden, jedoch ohne Verletzte.
Ukraines Aussenminister Andrij Sybiha beantragte daraufhin eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats sowie ein Treffen der OSZE. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, entschlossen gegen Russland vorzugehen, wie der «ORF» berichtet.












