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Putin hustet – Kreml sorgt mit Video für Wirbel

Keystone-SDA
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Russland,

Der sonst um ein makelloses Bild von Präsident Wladimir Putin bemühte Kreml hat zum Erstaunen vieler Russen eine Videosequenz veröffentlicht, in der der Staatschef hustet und sich räuspert. Der zum internationalen Frauentag aufgezeichnete Clip wurde nach kurzer Zeit vom Kreml und von Staatsmedien wieder gelöscht und durch eine neue Fassung ersetzt, wie unter anderem die Zeitung «Nowaja Gaseta Europa» im Exil berichtete. Kommentatoren wunderten sich, dass dem Kreml so etwas passiert.

Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin. - keystone

Kremlnahe Kriegsblogger fragten in Kommentaren, ob es sich um eine gezielte Indiskretion, Sabotage oder eine Art Aufstand handeln könnte gegen einen alternden Putin. Der 73-Jährige ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht. Dagegen meinte der kremlnahe Reporter Dmitri Smirnow in seinem Telegram-Kanal, dass es sich um eine technische Panne handeln könnte. Er selbst veröffentlichte auch einen Teil des Clips.

«Putin zeigt auf jeden Fall Perfektionismus und den Wunsch, maximale Ergebnisse zu erzielen», sagte Smirnow mit Blick auf den neuen Anlauf des Präsidenten, eine zweite Fassung der Glückwünsche zum Frauentag besser hinzubekommen. In einer ersten vom Kreml veröffentlichen Langfassung von gut sechs Minuten sind beide Aufnahmen – unterbrochen durch den Hustenreiz Putins – zu sehen.

Besonders die etwa 30-Sekunden-Sequenz vom hustenden Putin wurde in Telegramkanälen – einige mit Hunderttausenden Abonnenten – geteilt. Der Kremlchef bat darin, die Aufnahme zu wiederholen. «Ich habe einen Frosch im Hals, musste fast husten. Ich habe heute sehr viel geredet», erklärte er.

In seiner Grussbotschaft dankte er besonders auch den Frauen, die im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Einsatz «unter extrem schwierigen Bedingungen» im Einsatz seien. «Überall beweisen Sie Mut, Tapferkeit, Hingabe und Standhaftigkeit», sagte er.

Bei öffentlichen Auftritten und Reden hustet Putin immer mal. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies wiederholt die im Westen verbreiteten Mutmassungen über angebliche Erkrankungen Putins zurück. Der Präsident sei gesund, betonte er mehrfach. Husten und Räuspern bei Putin erklärte Peskow bisweilen mit der Wirkung von Klimaanlagen. Dagegen machten sich insbesondere in der Ukraine Kommentatoren über Panne mit dem Clip lustig; der Kreml habe nun selbst das Bild eines «kranken Alten» gezeigt, hiess es da unter anderem.

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Kommentare

User #2873 (nicht angemeldet)

Wladimir Putin hat den Krieg in der Ukraine verloren. Denn von der Erreichung seiner Ziele ist er weit entfernt. Das Regime im Kreml tut alles, damit die Menschen im Land diesen Krieg nicht spüren. Es funktioniert nicht. Die Menschen sind übervorsichtig geworden, sie reden nicht mit Fremden über Politik. Dem Regime gehen die Soldaten trotzdem aus, ohne Mobilisierung sind die Reihen nicht zu füllen. Die Mobilisierung würde das Volk aber aus der Lethargie befreien, die Menschen hätten dann Fragen: Was machen wir seit vier Jahren in der Ukraine?

User #5056 (nicht angemeldet)

Der Kriegsverlierer hustet, verständlich.

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