Putin begnadigt bei Netanjahu-Besuch wegen Drogenhandels verurteilte US-Israelin
Kurz vor einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat Russlands Staatschef Wladimir Putin eine wegen Drogenhandels verurteilte US-Israelin begnadigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Enormer Publicity-Erfolg für israelischen Regierungschef vor Wahlen im März.
Naama Issachar flog am Donnerstag mit Netanjahu nach Hause - für den Ministerpräsidenten ein enormer Publicity-Erfolg vor den anstehenden Wahlen. Die 26-Jährige war in Russland wegen Drogenhandels zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In Israel hatte das Urteil für viel Aufruhr gesorgt.
Issachar hat die israelische und die US-Staatsbürgerschaft. Sie war im vergangenen April bei einem Zwischenstopp auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden, als sie auf dem Weg von Indien nach Israel war. Die russischen Behörden gaben damals an, Cannabis in ihrem Gepäck gefunden zu haben. Issachar wurde deshalb im Oktober wegen Drogenhandels zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt und kam ins Gefängnis.
Der Fall sorgte in Israel für grosse Empörung. Kritiker des Urteils verwiesen darauf, dass Issachar sich im Transitbereich befand. Die nach Angaben der russischen Behörden gefundenen neun Gramm Cannabis dagegen hätten sich im aufgegeben Gepäck gefunden - ein Handel damit sei deshalb gar nicht möglich gewesen.
Auch Netanjahu hatte das Urteil als unverhältnismässig kritisiert und angekündigt, alles für die Freilassung der 26-Jährigen zu tun. Dass der israelische Regierungschef sie nun mit seinem Flieger mit nach Hause nehmen konnte, wurde in Israel als Wahlkampfhilfe für den Regierungschef gewertet. Dieser muss bei der Anfang März anstehenden Parlamentswahl um seine Macht fürchten.










