Die polnische Regierung rechnet nicht mit einer schnellen Beilegung des Flüchtlingsandrangs an der Grenze zu Belarus.
Migranten in einem Logistikzentrum in Belarus
Migranten in einem Logistikzentrum in Belarus - BELTA/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Weitere Versuche illegaler Grenzübertritte in der Nacht.

«Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Situation an der polnisch-belarussischen Grenze nicht schnell gelöst wird», sagte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Mittwoch dem Radiosender Jedynka. «Wir müssen uns auf Monate einstellen. Ich hoffe, nicht auf Jahre», sagte Blaszczak weiter.

In der vergangenen Nacht hätten Migranten erneut «die polnische Grenze angegriffen». Dabei seien sie genauso vorgegangen wie am Vortag. Am Dienstag war es zu verschärften gewalttätigen Auseinandersetzungen an der Grenze gekommen. Die polnischen Sicherheitskräfte setzten nach eigenen Angaben Tränengas und Wasserwerfer gegen Flüchtlinge ein, nachdem sie aus deren Reihen mit Steinen beworfen worden waren.

Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit habe sich auf die Ereignisse am Grenzübergang Kuznica konzentriert, kleinere Gruppen von Migranten hätten aber auch in anderen Bereichen versucht, die polnische Grenze zu «durchbrechen», auch in der Nacht, sagte der Verteidigungsminister weiter.

Der polnische Grenzschutz zählte nach eigenen Angaben am Dienstag 161 Versuche illegaler Grenzüberquerungen, darunter «zwei gewaltsame Versuche am Abend».

Nach Polizeiangaben vom Mittwoch wurden am Dienstag neun Polizisten, ein Grenzschützer und ein Soldat verletzt

Die EU wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, absichtlich Flüchtlinge ins Grenzgebiet zur EU zu schleusen, um sich für frühere Sanktionsbeschlüsse der Europäischen Union zu rächen. Minsk weist diese Anschuldigung zurück.

Mehr zum Thema:

Regierung EU Flüchtlingskrise