Aufgrund der Corona-Pandemie fanden in den Philippinen Hahnenkämpfe nur noch online statt. Rund um die Uhr. Dies hat nun ein Ende.
Philippinen Hahnenkampf
Ein Hahnenkampf am 22. März in Manila. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Philippinen haben Online-Hahnenkämpfen verboten.
  • Grund ist unter anderem die daraus entstandene Kriminalität.

Nach einer Reihe von Skandalen und Verbrechen im Zusammenhang mit Online-Hahnenkämpfen hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte diese blutige Praxis verboten.

Bis zum Abend müsse das sogenannte «e-sabong», die rund um die Uhr im Internet gezeigten Hahnenkämpfe und ihre Wetten, enden, sagte Duterte am Dienstag in einer zuvor aufgezeichneten Fernsehansprache.

Hahnenkämpfe und die dazu gehörenden Wetten sind in dem südostasiatischen Staat eine beliebte Beschäftigung. Wegen der Corona-Pandemie mussten die traditionellen Kampfarenen allerdings schliessen, und die Shows wurden stattdessen Online übertragen. Der Staat vergab Lizenzen an sieben Firmen, die mit ihren Steuern monatlich Millionenbeträge in die Staatskasse spülten.

Frau verkauft ihr Baby

Das lukrative Geschäft sorgte jedoch zunehmend für kriminelle Machenschaften. Allein in diesem Jahr sollen 34 Menschen im Streit um angebliche Manipulationen verschleppt und ermordet worden sein. Der leichte Zugang zu den e-sabong-Plattformen soll zudem mehr und mehr Menschen in die Wettsucht getrieben haben.

In einem Fall wurde einer jungen Frau vorgeworfen, ihre acht Monate alte Tochter für umgerechnet 835 Franken verkauft zu haben, um ihre Wettschulden zu begleichen. Die Kleine wurde später von der Polizei gefunden und ihr Käufer festgenommen.

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