Proisraelischer Schweigemarsch stösst in Bern auf Gegendemo
Mindestens 100 Menschen haben am Mittwochabend in der Berner Altstadt gegen Antisemitismus demonstriert, begleitet von einem grossen Polizeiaufgebot. Einsatzkräfte stellten sich mehrmals zwischen sie und eine kleine Gruppe von Gegendemonstrierenden.

Die Teilnehmenden des Schweigemarsches «für Israel und gegen Antisemitismus» versammelten sich zu Reden und Musik auf dem Waisenhausplatz, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.
Anschliessend zogen sie über den Rathausplatz bis zum Bundesplatz, wo ein Wasserwerfer bereitstand. Einsatzkräfte in Vollmontur begleiteten die bewilligte Kundgebung.
Beim Versammlungspunkt warteten rund 20 propalästinensische Gegendemonstrierende. Sie schwenkten Palästina-Flaggen und riefen lautstark Parolen wie «From the river to the sea», blieben aber hinter der Polizeikette.
Bei Beginn des Schweigemarsches zogen sie sich zunächst zurück. Ein weiteres mal störten sie den Demonstrationszug in der Rathausgasse, indem sie den Weg mit Fahrrädern versperrten.
Silent Walk
Der sogenannte Silent Walk wurde unterstützt von Organisationen wie der Lobbygruppierung Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI), der Nonprofit-Organisation Never Again Is Now und der Women’s International Zionist Organisation. Auch die iranische Diaspora veröffentlichte einen Aufruf, in dem sie zu «Toleranz und Frieden für den gemeinsamen Nahen Osten» aufrief.
Schon in der Vergangenheit ist es an Silent Walks für Israel zu Gegendemonstrationen gekommen, zuletzt Mitte Dezember: In Zürich kesselte die Polizei die Pro-Palästina-Demonstration ein, in Basel schlug der Schweigemarsch einen Umweg ein. In Lausanne hatte die Polizei zuvor Tränengas und Wasserwerfer gegen eine Gegendemonstration eingesetzt.






