Im ostafrikanischen Krisenstaat Somalia sollen die sich schleppend hinziehenden Parlamentswahlen bis Ende Februar abgeschlossen sein.
Somalias Staatschef Farmajo im Jahr 2018
Somalias Staatschef Farmajo im Jahr 2018 - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Einigung bei Verhandlungen in Mogadischu erzielt.

Darauf einigten sich Ministerpräsident Mohamed Hussein Roble und Vertreter der somalischen Regionen nach mehrtägigen Verhandlungen, wie die Regierung in Mogadischu am Sonntag mitteilte. Die Anfang November begonnenen Wahlen zum Unterhaus sollen demnach am kommenden Samstag fortgesetzt und bis zum 25. Februar beendet werden.

Hintergrund der politischen Krise in Somalia ist ein Machtkampf zwischen Roble und Staatschef Mohamed Abdullahi «Farmajo» Mohamed. Roble wirft dem Präsidenten Sabotage des Wahlprozesses und Verfassungsbruch vor. Dieser verkündete daraufhin vor zwei Wochen Robles Suspendierung. Roble setzte sich darüber jedoch hinweg und übt sein Amt weiter aus.

Farmajo ist seit 2017 Präsident. Regulär endete seine Amtszeit bereits im Februar 2021. Das Parlament verlängerte seine Amtszeit im April jedoch - eine Entscheidung, die blutige Strassenkämpfe in Mogadischu entfachte.

Das Wahlsystem in Somalia ist äusserst komplex. Eine allgemeine Wahl findet nicht statt. Die Wahl der beiden Parlamentskammern erfolgt durch ein indirektes Wahlsystem. Der Präsident wird anschliessend von den Mitgliedern von Senat und Unterhaus gewählt. Ein Termin für die Präsidentschaftswahl ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Internationale Beobachter befürchten, dass Somalia infolge der schweren politischen Kreise weiter in Gewalt und Chaos abrutschen könnte. Grosse Teile des Landes werden von der mit dem Extremistennetzwerk Al-Kaida verbündeten Schebab-Miliz kontrolliert. Die Miliz kämpft gegen die international anerkannte Regierung in Mogadischu und verübt immer wieder Anschläge in der Hauptstadt.

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