Der Bundestag könnte in diesem Jahr auf seine traditionelle Sitzungspause zu Karneval verzichten, um die Verabschiedung eines Impfpflicht-Gesetzes zu beschleunigen.
Plenum des Bundestags
Plenum des Bundestags - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Verabschiedung eines Gesetzes zur Impfpflicht soll beschleunigt werden.

Vertreter von Koalitions- und Oppositionsfraktionen zeigten sich am Montag gegenüber AFP bereit, das Plenum zu einer Sondersitzung zusammenkommen zu lassen, falls der Gesetzgebungsprozess dies erfordere. Bislang verzeichnet der Sitzungskalender des Bundestags nur eine einzige Sitzungswoche im gesamten Februar.

«Die Karnevalspause wird uns nicht daran hindern, zu einer Gesetzgebung zu kommen», hiess es am Montag aus Kreisen der Ampel-Fraktionen gegenüber AFP. «Wir haben in der Pandemie gezeigt, dass wir jederzeit zu Sondersitzungen bereit sind.» Am Dienstag wollen die Spitzen der Bundestagsfraktionen diesen Angaben zufolge über einen Zeitplan für die Beratung und Verabschiedung eines Impfpflicht-Gesetzes beraten.

Auch die oppositionelle CDU/CSU-Fraktion wäre «jederzeit bereit» zu einer Sondersitzung, verlautete aus ihren Reihen. «Wir bestehen nicht darauf, wegen Karneval zu pausieren», sagte ein Fraktionsvertreter zu AFP.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte ursprünglich angekündigt, eine allgemeine Impfpflicht bis Anfang März einzuführen. Dieser Zeitplan steht allerdings in Frage: Ende Januar soll es nun zunächst eine umfassende Orientierungsdebatte im Bundestag geben. Erst danach sollten einzelne Gesetzentwürfe konkret debattiert werden.

Sollte der Bundestag tatsächlich nur für eine einzige Woche im Februar zusammenkommen, würde sich der Zeitplan für das weitere parlamentarische Verfahren für die Verabschiedung deutlich verzögern, denn die nächste Sitzungswoche ist nach bisheriger Planung des Bundestags erst ab 14. März angesetzt.

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