Ist der Dubai-Traum für Westler jetzt vorbei?

Raketen statt Infinity-Pool: Die Eskalation im Nahen Osten erschüttert Dubais Image als sicherer Luxus-Hafen. Verlassen Influencer und Expats die Stadt nun?

Dubai
Die Glitzerfassade hat Risse erhalten: Dubai ist Schauplatz im Iran-Krieg geworden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz Raketenangriffen bleibt das tägliche Leben in Dubai weitgehend normal.
  • Für Influencer ist der Traum von Luxus, Sonne und Sicherheit getrübt, aber nicht vorbei.
  • Doch das Image von Dubai als sicherem Luxus-Hafen leidet.

Dubai steht wie kaum eine andere Stadt für Sonne und Sicherheit. Und natürlich: Für steuerfreie Geschäftsmodelle.

Unzählige Expats und Influencer berichten täglich vom Leben aus der Glitzermetropole am Golf. Auf Instagram oder TikTok, mit schönen Bildern eines Lebens in Luxus.

Doch in den letzten Tagen haben sich die Inhalte geändert: Mit den Raketen aus dem Iran dominieren nun Explosionen, Erschütterungen, Angst und Unsicherheit die Social-Feeds.

Feuer Dubai
Eine Rakete traf ein Fünf-Stern-Hotel in der bekannten Touristenregion Palm Jumeirah. - Screenshot X.com

«Das ganze Haus hat vibriert», schreibt zum Beispiel ein deutscher Influencer nach einer Explosion in der Nähe. Supermärkte wirkten hektisch, «wie während der Corona-Zeit.»

Ein starker Kontrast zu Dubais sonstigem Luxus-Image. Ist der Traum vom sorgenfreien Leben in Dubai für Westler und Influencer also vorbei?

Alltag bleibt ruhig

Zumindest vor Ort zeigt sich bislang kein Bild der Panik. «Trotz der jüngsten Ereignisse bleibt der Alltag in der Stadt ruhig und funktioniert normal.» Das schreibt Lisa Rusconi vom Swiss Business Council UAE auf Anfrage von Nau.ch.

Die Organisation, die die Interessen Schweizer Geschäftsleute in Dubai vertritt, erwartet keine deutliche Abwanderung von Expats.

Dubai habe eine «Geschichte der Resilienz», sagt Rusconi. Dass die Stadt einen nachhaltigen Reputationsschaden von den Raketeneinschlägen davontragen wird, glaubt sie daher nicht.

«Ein Teil der Influencer wird sicherlich abreisen»

Doch Dubais Erfolgsrezept ist mehr als nur die glitzernde Fassade. Es ist das Versprechen von Stabilität in einer instabilen Region. Genau dieses Bild bekommt nun Risse.

Marketing-Experte Felix Murbach, der sich intensiv mit der Influencer-Szene in Dubai beschäftigt hat, erklärt: «Ein Teil der Influencer wird sicherlich abreisen – aber nicht alle dauerhaft.»

Würdest du jetzt aus Dubai wegziehen?

Gerade flexible Akteure wie Influencer reagierten schnell, wenn Planbarkeit fehle. «Ihr Business lebt von Inszenierung und Kontrolle. Raketen passen nicht in dieses Bild.»

Viele hätten jedoch Firmen gegründet, Immobilien gekauft oder langfristige Verträge abgeschlossen. Ein kompletter Exodus sei deshalb derzeit unwahrscheinlich. «Der Traum ist nicht vorbei – aber er hat einen Dämpfer erhalten», so Murbach.

Luxus braucht das Gefühl von Kontrolle

Dubai vermarktete sich über Jahre als perfekte Bühne: Luxusautos vor Wolkenkratzern, Infinity-Pools mit Blick in die Wüste, ganzjährige Sonne.

Wenn nun Raketenbilder durch internationale Medien gehen, kollidiert das mit dem Hochglanz-Image.

Selbst wenn die konkrete Bedrohungslage begrenzt bleibt, kann das subjektive Sicherheitsgefühl Schaden nehmen. Und genau dieses Gefühl ist entscheidend.

Luxus Dubai
Luxusautos vor Hotels: So kennt man Dubai seit Jahren. - pexels

«Luxus funktioniert nur mit einem Gefühl von Sicherheit», sagt Murbach. Und genau dieses Gefühl sei nun erschüttert worden.

Wie lange es dauere, bis Dubai wieder uneingeschränkt als sicheres Paradies wahrgenommen werde, hänge nicht vom Marketing ab. Sondern von der realen Entwicklung der Lage, schätzt Murbach ein.

Abwarten statt Abwandern

Bislang spricht unter dem Strich also wenig für eine breite Fluchtbewegung westlicher Expats und Influencer. Auf Social Media zeigen sich einige trotzdem nervös.

Brisant: Einige melden, dass sie nichts posten dürfen. Ständig werden Beiträge wieder gelöscht.

Viele haben ihre wirtschaftliche Basis in Dubai aufgebaut, profitieren von Steuervorteilen und einem internationalen Netzwerk.

Dennoch dürfte sich das Bild verändern. Während Dubai bisher als nahezu krisensicherer Lifestyle-Ort galt, wird die geopolitische Realität nun stärker mitgedacht.

Kommentare

User #3856 (nicht angemeldet)

Viele rot-grüne Villen in Dubai werden so entwertet.

User #2766 (nicht angemeldet)

Trump-Anhänger wie Luxy feiern ihn als „Friedenspräsidenten“, weil er ständig behauptet hat, keine Kriege zu beginnen. Wer das glaubt, übernimmt Propaganda statt Politik zu analysieren. Denn Frieden heißt nicht nur, keine offiziellen Kriege zu erklären – Frieden heißt auch, keine Regimewechsel zu erzwingen und Länder systematisch zu destabilisieren. Gerade Venezuela zeigt das deutlich: Unter Trump wurde offen ein Regimewechsel betrieben, ein selbsternannter Präsident anerkannt, das Land mit massiven Sanktionen wirtschaftlich erdrosselt und sogar militärische Optionen öffentlich angedroht. Dass daraus kein offener Krieg wurde, lag nicht an Friedensliebe, sondern daran, dass der Plan scheiterte. Bomben sind nicht die einzige Form von Gewalt. Wirtschaftskrieg, politische Erpressung und das bewusste Verschärfen von Krisen sind ebenfalls Mittel der Macht. Wer das ausblendet und trotzdem von einem „Friedenspräsidenten“ spricht, misst mit zweierlei Maß – oder will es einfach nicht sehen. Das Bild vom friedlichen Trump ist kein Ergebnis von Fakten, sondern von unkritischem Glauben an seine eigenen Aussagen. Wer Politik danach bewertet, was ein Politiker über sich selbst sagt, statt danach, was er tatsächlich tut, hat Analyse durch Loyalität ersetzt.

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