Köniz trägt Kampagne gegen häusliche Gewalt mit
Köniz BE beteiligt sich im November an der nationalen Kampagne gegen häusliche und sexualisierte Gewalt. 2025 registrierte die Polizei 22'000 Straftaten.

Im November läuft in zahlreichen Städten und Gemeinden die nationale Kampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt. Die Gemeinde Köniz trägt die Kampagne mit. Gewaltprävention ist eine gemeinsame Aufgabe.
Häusliche Gewalt ist weit verbreitet. Alle zwei Wochen wird in der Schweiz eine Person von einem Familienmitglied oder vom (Ex-)Partner, von der (Ex-)Partnerin getötet, jede Woche kommt es zu einer versuchten Tötung. 2025 registrierte die Polizei 22'000 Straftaten im Bereich häusliche Gewalt – das entspricht 44 Prozent aller Gewaltdelikte.
Diese Zahlen zeigen jedoch nur einen kleinen Teil der Realität. Häusliche Gewalt bleibt häufig im Verborgenen.
Gleichstellung schützt Betroffene
Überall, wo Ungleichheit und ein Machtgefälle bestehen, ist das Risiko erhöht. Frauen, LGBTQ-Personen, Menschen mit Behinderungen und Personen mit Migrationsgeschichte sind stärker gefährdet. Mit gleichen Rechten, Chancen und Handlungsmöglichkeiten erleben Menschen weniger Machtungleichgewicht, Diskriminierung und soziale oder finanzielle Abhängigkeit.
Die Gleichstellung ist deshalb ein wichtiger Schutzfaktor vor Gewalt.
Was will die Kampagne?
Die Kampagne informiert mehrsprachig und in Leichter Sprache. Sie ermutigt Betroffene, über das Thema zu sprechen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. In erster Linie Gewaltbetroffene, aber auch Tatpersonen, die einen Ausweg aus ihrem Verhalten suchen.
Sie ermutigt auch Zeuginnen und Zeugen von Gewalt, sich Hilfe zu holen. Die Kampagne ergänzt die zahlreichen anderen Massnahmen gegen Gewalt von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Köniz steht hinter der Kampagne
«Köniz beteiligt sich an der Kampagne, weil häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt Menschen in allen Lebensphasen treffen kann», sagt Gemeinderätin Dominique Bühler. Gewaltprävention müsse deshalb sichtbar sein und Unterstützungsangebote einfach zugänglich. Gleichzeitig sei Gewaltprävention eine gemeinsame Aufgabe.
Die Gemeinde, die Schulen, Fachstellen, Vereine, Organisationen und auch die Bevölkerung leisten dazu wichtige Beiträge.
Finden Sie kostenlos und anonym Hilfe und Unterstützung
ohne-gewalt.ch: Informationen zu Beratungsstellen und Notfallkontakten in mehreren Sprachen. Orientierung zu Ihren Handlungsmöglichkeiten.
Erleben Sie Gewalt? Opferhilfe: 142, rund um die Uhr erreichbar.
Fühlen Sie sich in Gefahr? Rufen Sie die Polizei an: 117
Die Kampagne beruht auf der Istanbul-Konvention, die in der Schweiz seit 2018 in Kraft ist. Sie ist ein Übereinkommen des Europarats, das Frauen und Mädchen vor Gewalt schützt.
Die Umsetzung der Istanbul-Konvention ist Teil des Legislaturplans 2026–2029 der Gemeinde Köniz. Zu den konkreten Massnahmen gehört ein kommunaler Aktions- und Massnahmenplan gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt.










