NATO

Nato setzt bei Aufklärung nicht mehr auf US-Flugzeuge

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Türkei,

Die Nato setzt bei der Erneuerung ihrer in Deutschland stationierten Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen nicht wie ursprünglich geplant auf US-Maschinen. Künftig sollen Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier genutzt werden.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hält am Rande des NATO-Gipfels eine Rede zur Eröffnung des NATO-Verteidigungsindustrieforums. Foto: Hussein Malla/AP/dpa
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hält am Rande des NATO-Gipfels eine Rede zur Eröffnung des NATO-Verteidigungsindustrieforums. Foto: Hussein Malla/AP/dpa - Keystone/AP/Hussein Malla

Das kündigte Generalsekretär Mark Rutte am Rande des Gipfeltreffens in Ankara an. Die Maschinen seien mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet, sagte er weiter. Die Bestellung werde bis zu zehn Flugzeuge umfassen, sagte er.

GlobalEye ermögliche die gleichzeitige Überwachung des Luftraums, des Seeraums und des Bodens von einer einzigen Plattform aus und verschaffe den militärischen Befehlshabern ein umfassendes Lagebild, erklärte Rutte. Das System könne unter anderem Drohnenschwärme, ballistische Raketen und Marschflugkörper aufspüren, verfolgen und identifizieren. Es wird auf Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000 oder Global 6500 installiert.

Ursprünglich hatte die Nato eigentlich US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Dieses Vorhaben wurde allerdings vorerst aufgegeben, nachdem die US-Regierung im vergangenen Sommer ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte dann bereits im vergangenen September gesagt, dass nach der geplanten Ausmusterung der Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs für Deutschland auch das GlobalEye-System von Saab in Betracht komme. Deutschland wird nach dem Rückzug der USA voraussichtlich den grössten Anteil der Kosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro übernehmen.

Dass Boeing möglicherweise später auch noch einen Auftrag bekommt, ist nach Angaben aus Nato-Kreisen denkbar. Es habe zuletzt wieder Gespräche gegeben, heisst es.

Bislang sind rund vier Jahrzehnte alte Flugzeuge vom Typ Boeing 707 Basis für das fliegende Radarsystem der Nato im Einsatz, das auch unter dem Namen Awacs (Airborne Early Warning and Control System) bekannt ist. Die Maschinen werden derzeit vor allem zur Überwachung des Luftraums im östlichen Europa eingesetzt.

Hauptstützpunkt der Flotte ist der Nato-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen. Sie besteht derzeit aus 14 Maschinen und war bislang an allen grossen Nato-Einsätzen beteiligt, zum Beispiel an denen zum Kampf gegen den Terrorismus und im Kosovokrieg.

Die Awacs sind mit ihrem pilzförmigen Radaraufbau in der Lage, andere Luftfahrzeuge in mehr als 400 Kilometern Entfernung zu orten und zu identifizieren. Die von ihnen gewonnenen Informationen können die Flugzeuge über Datenlinks in nahezu Echtzeit an Kräfte am Boden, auf See oder in der Luft weitergeben. Damit können sie auch als fliegende Gefechtsleitstände eingesetzt werden.

Jahrzehntelang seien die Awacs die Augen des Bündnisses im Himmel gewesen, sagte Rutte bei der Ankündigung. Mittlerweile erreichen sie aber das Ende ihrer Nutzungsdauer.

Kommentare

User #5999 (nicht angemeldet)

AHA.Endlich eine Gute Nachricht!! Nicht mehr auf die USA vertrauen! Die können im Ernstfall alle Maschinen auf Knopfdruck ausschalten!!

Weiterlesen

WM 2026
211 Interaktionen
WM-Hiobsbotschaft
FDP
76 Interaktionen
Video

MEHR IN POLITIK

1 Interaktionen
Bern
Joshua Wong
In weiterem Verfahren

MEHR NATO

2 Interaktionen
Ankara
2 Interaktionen
Halifax
Wolodymyr Selenskyj
34 Interaktionen
Kiew
Trump Rutte
13 Interaktionen
Ankara/Berlin

MEHR AUS TüRKEI

Istanbul
4 Interaktionen
Ankara
Rutte
26 Interaktionen
Ankara