Meloni scheitert mit ihrer Justizreform

Esada Kunic
Esada Kunic

Italien,

Bei einer Volksabstimmung lehnte Italien die geplante Justizreform von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit deutlicher Mehrheit ab.

meloni Justizreform
In einer Volksabstimmung hat Italien die geplante Justizreform von Giorgia Meloni klar abgelehnt. - keystone

Italiens Wähler haben sich gegen Melonis zentrale Reformpläne ausgesprochen. Der «Tagesspiegel» berichtet, dass rund 54 Prozent der Italienerinnen und Italiener die Justizreform mit Nein ablehnten.

Für die Pläne stimmten nur etwa 46 Prozent. Die Beteiligung lag mit knapp 60 Prozent ungewöhnlich hoch.

Ist Giorgia Meloni aus deiner Sicht eine gute Politikerin?

Für die 49-jährige Meloni, die seit September 2022 regiert, bedeutet dies eine schwere Niederlage.

Das Referendum als Stimmungstest

Laut der «Tagesschau» galt das Referendum als wichtiger Stimmungstest für die bis dahin erfolgsverwöhnte Politikerin. Anderthalb Jahre vor der geplanten Parlamentswahl im Herbst 2027 trifft sie der Ausgang hart.

Der Kernpunkt der Reform war die strikte Trennung der Karrieren von Richtern und Staatsanwälten.

Der «Tagesspiegel» erklärt, dass Befürworter darin einen Weg sehen, um die Unparteilichkeit der Richter zu verbessern. Kritiker hingegen fürchten eine Stärkung des politischen Einflusses auf die Justiz.

Massive Mobilisierung der Opposition

Die «taz» dokumentiert, wie die Opposition erfolgreich gegen die Reform mobilisierte. Unter dem Slogan «die Verfassung schützen» vereinigten sich Gewerkschaften, Oppositionsparteien und Zivilgesellschaft.

Auch Richterverbände lehnten die geplanten Veränderungen deutlich ab und warnten vor Angriffen auf die Gewaltenteilung.

Meloni gab ihre Niederlage schnell zu, schreibt der «Tagesspiegel», und erklärte in einem Video: «Die Italiener haben entschieden. Und wir werden diese Entscheidung respektieren.»

Meloni: «Verlorene Chance zur Modernisierung Italiens»

Sie sprach von einer «verlorenen Chance zur Modernisierung Italiens». Dennoch kündigte sie an, ihre «Arbeit zum Wohl der Nation» fortzusetzen, und schloss einen Rücktritt aus.

meloni
Meloni sprach von einer «verlorenen Chance zur Modernisierung Italiens». - keystone

Nach Einschätzung von Beobachtern dürfte es für Meloni nun schwerer werden, weitere Reformvorhaben umzusetzen.

Matteo Renzi, ein früherer Ministerpräsident, sieht Meloni deutlich geschwächt, berichtet der «Tagesspiegel». Die kommenden Monate könnten entscheidend sein für die politische Zukunft Italiens.

Kommentare

User #5927 (nicht angemeldet)

die Meloni kann aber uns für Anwälte und Polizisten anfragen wie sie in Italien mit den offenen Unfälle und Verbrechen aufräumen soll.

User #6009 (nicht angemeldet)

Vorneweg die Ablehnung der Justizreform war richtig. Nicht wegen der technischen Änderungen i. Justizrecht, die waren und sind dringend nötig, sondern wg. der versuchten Einflussnahme der Politik bei der Ernennung von Richtern. Was bleibt ist eine reformbedürftige Justiz die durch dieses Referendum wieder auf Jahre verschoben wird und damit die italienische Rechtsprechung so langsam und bürokratisch lässt wie es bisher der Fall war. Chance vertan, Chance durch Frau Meloni vertan...

Weiterlesen

15 Interaktionen
Rom
Giuseppe Conte
5 Interaktionen
Nach Referendum
Giorgia Meloni
6 Interaktionen
Rom

MEHR IN POLITIK

MEHR AUS ITALIEN

Tabak
Im Hafen von Genua
Gino Paoli
1 Interaktionen
Mit 91 Jahren
Gamer Screamer
Comeback
La Repubblica
Tageszeitung