Litauen will 2032 wieder allgemeine Wehrpflicht einführen
In Litauen wird unter dem Eindruck der geopolitischen Spannungen mit Russland den Militärdienst für junge Männer ausweiten und eine allgemeine Wehrpflicht einführen.

Darauf einigte sich der nationale Sicherheitsrat des baltischen EU- und Nato-Landes in Vilnius. «Wir haben beschlossen, dass die allgemeine Wehrpflicht ab 2032 eingeführt wird», sagte Staatspräsident Gitanas Nauseda nach der Sitzung. Das Parlament muss dem Vorhaben allerdings noch zustimmen.
Litauen hatte die 2008 abgeschaffte Wehrpflicht vor elf Jahren teilweise wieder eingeführt. Begründet wurde der 2015 vollzogene Schritt damals damit, dass sich die Bedrohungslage nach der Annexion der Krim durch Russland verschärft habe. Mit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukrane hatten die Sorgen in dem an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus grenzenden Land weiter zugenommen.
Mehr männliche Rekruten, junge Frauen weiter freiwillig
Nach Angaben von Nauseda werden gegenwärtig jedes Jahr mehr als 5.000 junge Männer zu einer neunmonatigen Grundausbildung eingezogen. Deren Zahl werde durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht auf etwa 7.500 ansteigen. Junge Frauen sollen wie bisher weiter freiwillig die militärische Ausbildung absolvieren können, sagte der Präsident. Die Kosten für die Umstellung könnten sich auf bis zu 100 bis 120 Millionen Euro belaufen.
Das litauische Staatsoberhaupt begründete 2032 als Zieldatum für die Einführung des generellen Diensts an der Waffe mit den notwendigen Vorbereitungen. So müssten angemessene Unterkünfte für eine grössere Anzahl von Wehrpflichtigen geschaffen und Ausbilder trainiert werden.










