Kuba verabschiedet grösste Wirtschaftsreform seit Jahrzehnten

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Cuba,

Vor dem Hintergrund schwerer politischer Spannungen mit den USA hat Kubas Nationalversammlung die umfangreichste Wirtschaftsreform in dem sozialistischen Karibikstaat seit Jahrzehnten verabschiedet. Der 176 Punkte umfassende Plan sieht eine stärkere Öffnung der bislang staatlich gelenkten Wirtschaft vor. Regulierungen sollen abgebaut und marktwirtschaftliche Mechanismen eingeführt werden.

ARCHIV - Menschen tragen Wasserbehälter am Kapitol in Havanna vorbei. Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa
ARCHIV - Menschen tragen Wasserbehälter am Kapitol in Havanna vorbei. Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa - Keystone/AP/Ramon Espinosa

«Kuba, unser geliebtes Kuba, durchlebt derzeit die schwierigsten Stunden dieses Jahrhunderts, und wir tragen die historische Verantwortung, es zu retten», sagte Präsident Miguel Díaz-Canel nach der Abstimmung. Unklar blieb zunächst, ob die Massnahmen den Forderungen der Regierung von US-Präsident Donald Trump nach wirtschaftlicher Öffnung in Kuba entsprechen.

Die von Ex-Präsident Raúl Castro und der Kommunistischen Partei unterstützten Reformpläne waren zuvor von Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz in einer Sondersitzung des Parlaments vorgestellt worden. Sie «bedeuten keinen Verzicht auf den Aufbau des Sozialismus, sondern sind eine Voraussetzung für dessen Erhalt», sagte Marrero Cruz.

Die kubanische Botschaft in Washington sprach vom «umfangreichsten Reformpaket seit den 1990er Jahren». Damals hatte Kuba mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion seinen wichtigsten Verbündeten verloren, wodurch die Insel in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzte.

Die Bevölkerung der kommunistisch regierten Insel leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, die sich aufgrund von Sanktionen der US-Regierung zuletzt deutlich verschärft hat. Mit einem Ölembargo und weiteren Druckmassnahmen versucht Trump, eine wirtschaftliche und politische Öffnung des Karibikstaats in seinem Sinne zu erzwingen.

Die von der kubanischen Regierung angestrebten Vorhaben sollen die Insel für ausländische und einheimische Privatinvestoren öffnen. Investitionen sollen unter anderem im Immobiliensektor, im Bankwesen, bei Tankstellen und in der Gastronomie erleichtert werden – auch internationale Fast-Food-Ketten sollen davon profitieren.

Auch im Tourismussektor, der von den US-Sanktionen schwer getroffen wurde, will die kommunistische Regierung neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Demnach sollen zusätzliche Investitionen in Regionen zugelassen werden, in denen bislang starke Einschränkungen galten, etwa in der Altstadt von Havanna und auf der Inselkette Los Cayos.

Privatinvestoren sollen Wohnungen kaufen und verkaufen dürfen, Kubaner wie Ausländer Aktien staatlicher Unternehmen kaufen können. Um welche Staatsbetriebe es dabei geht, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Marrero Cruz sprach nicht von Wirtschaftsreformen, sondern von «wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen» mit strategischer Bedeutung. Das Wirtschaftsmodell werde umgewandelt, ohne die Prinzipien der Revolution von 1959 unter deren Anführer Fidel Castro aufzugeben.

Kommentare

User #5627 (nicht angemeldet)

Wie soll das funktionieren? Das Risiko dort zu investieren ist wohl extrem hoch und die Kubaner können sich kaum noch etwas leisten. Hehehe. LOL.

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