Kreise: Grynspan bei Probewahl über Guterres-Nachfolge erneut vorn
Im Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres liegt die Diplomatin Rebeca Grynspan aus Costa Rica ein weiteres Mal vorn. Sie sei mit den meisten Stimmen aus einer Abstimmung im UN-Sicherheitsrat hervorgegangen, teilte die israelische UN-Mission unter Verweis auf Quellen im UN-Sicherheitsrat mit.

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates befinden sich derzeit in der Phase der Kandidatenfindung. Mit geheimen Probeabstimmungen wird versucht, sich auf eine Nominierung zu einigen. Ein Kandidat braucht mindestens die Stimmen von neun Mitgliedern. Die ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat – USA, Russland, China, Frankreich, Grossbritannien – haben auch in diesem Verfahren Vorrechte: Mit einer Gegenstimme können sie einen Kandidaten blockieren. Gibt es eine Einigung, wird diese zur Bestätigung den 193 Staaten in der UN-Vollversammlung vorgeschlagen.
Grynspan erhielt der israelischen UN-Botschaft zufolge nun neun Für-Stimmen, aber auch fünf Gegenstimmen. Ob eine dieser Stimmen ein Veto ist, ist nicht bekannt. Um dies zu erkennen, geht der Sicherheitsrat in der Regel etwas später im Prozess zu einer farbcodierten Wahl über. Bisher wurde dreimal abgestimmt. Auch beim ersten Mal lag die 70-Jährige Kreisen zufolge vorn.
Auf Platz zwei lag bei der erneuten Abstimmung demnach die UN-Botschafterin von Guyana in New York, Carolyn Rodrigues Birkett, gefolgt von dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, und Olara Otunnu, Politiker und Diplomat aus Uganda, die beide fünf Für-Stimmen erhielten. Insgesamt sind derzeit acht Kandidaten für den Posten nominiert. Es können jederzeit neue hinzukommen.
António Guterres' Amt endet am 31. Dezember. Nach zwei Amtszeiten kann der Portugiese nicht noch einmal kandidieren. Auf die Frage, ob er seine Amtszeit überziehen könnte, sollte der Sicherheitsrat sich bis dahin nicht auf einen Kandidaten geeinigt haben, sagte sein Sprecher in New York scherzhaft: «Wehe dem, der versucht, ihn davon abzuhalten, am 1. Januar in Portugal zu sein.»










