Franco Digirolamo: «Gute Bildung stärkt auch Berner Gemeinden»

Franco Digirolamo (UOP Oberburg) äussert sich in seinem Gastbeitrag zur Berner Bildungsinitiative.

Franco Digirolamo
Franco Digirolamo ist Vizepräsident des Gemeinderats Oberburg und Präsident der Bildungskommission. - zVg

Als Gemeinderat und Verantwortlicher für das Ressort Bildung in Oberburg erlebe ich sehr direkt, welche Bedeutung eine gut funktionierende Schule für eine Gemeinde hat.

Sie ist nicht einfach eine staatliche Institution. Sie ist ein zentraler Teil unseres Dorflebens, ein Standortfaktor für Familien und eine wichtige Voraussetzung dafür, dass junge Menschen später ihren Platz in Beruf und Gesellschaft finden.

Für mich gehört es zu einer bürgerlichen Politik, Probleme dort anzugehen, wo sie entstehen, Verantwortung einzufordern und dafür zu sorgen, dass staatliche Leistungen wirksam erbracht werden.

Bei der Bildung heisst das: Unsere Schulen müssen jungen Menschen jene Grundlagen mitgeben, die sie benötigen, um später möglichst selbstständig für ihr Leben Verantwortung übernehmen zu können.

Dass hier Handlungsbedarf besteht, zeigt auch die jüngste Befragung von economiesuisse, dem Dachverband der Schweizer Wirtschaft.

Viele Betriebe stellen bei ihren Lernenden Defizite insbesondere beim Schreiben und in der Mathematik fest. Gleichzeitig berichten die Betriebe von mehr Betreuungsaufwand und geringerer Selbstständigkeit.

Bildungsinitiative
Das Berner Stimmvolk wird über eine Bildungsinitiative entscheiden. (Symbolbild) - keystone

Das sollte uns auch auf Gemeindeebene beschäftigen. Denn am Übergang von der Schule in die Berufswelt zeigt sich, ob die Grundlagen vorhanden sind.

Unternehmen übernehmen viel Verantwortung, indem sie junge Menschen ausbilden. Wenn sie jedoch immer mehr Zeit aufwenden müssen, um schulische Grundkompetenzen nachzuholen, wird dies für die Betriebe zur Belastung.

Laut economiesuisse gibt bereits jedes fünfte befragte Unternehmen an, wegen sinkender Grundkompetenzen und des zusätzlichen Aufwands künftig weniger Lernende auszubilden oder ausbilden zu wollen.

Gerade für Gemeinden ausserhalb der grossen Zentren ist das von Bedeutung. Wir brauchen attraktive Schulen, ein starkes lokales Gewerbe und Betriebe, die bereit sind, Lehrstellen anzubieten. Diese Dinge hängen zusammen.

Befürwortest du die Bildungsinitiative?

Eine Gemeinde, in der Familien gerne leben, Kinder eine gute Schule besuchen und Jugendliche anschliessend einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben finden, bleibt auch langfristig attraktiv und lebendig.

Bildungspolitik wird oft sehr grundsätzlich diskutiert. Als Lokalpolitiker sehe ich sie pragmatischer. Am Ende muss die Schule funktionieren – für die Kinder, für die Eltern, für die Lehrpersonen und später auch für unsere Lehrbetriebe.

Deswegen sage ich Ja zur Bildungsinitiative am 27. September.

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Franco Digirolamo (UOP Oberburg) ist Vizepräsident des Gemeinderats Oberburg und Präsident der Bildungskommission.

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