Die USA haben wegen der sich verschlechternden humanitären Lage und wegen Verstössen gegen die Menschenrechte Besorgnis über die Situation in Tigray geäussert.
tigray äthiopien
Flüchtlinge, die vor dem Konflikt in der äthiopischen Region Tigray geflohen sind, kommen am Ufer des Tekeze-Flusses an der sudanesisch-äthiopischen Grenze im Osten des Sudan an. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Regierung sieht in der Region Tigray ein «wachsendes Risiko einer Hungersnot».
  • Alle beteiligten Konfliktparteien müssten «Kampfhandlungen sofort beenden».

Die USA sehen wegen des Konflikts in der äthiopischen Region Tigray ein «wachsendes Risiko einer Hungersnot». Sie seien angesichts der sich verschlechternden humanitären Lage und wegen Verstössen gegen die Menschenrechte «sehr besorgt», erklärte das US-Aussenministerium am Montag nach einem Gespräch von Minister Antony Blinken mit dem äthiopischen Regierungschef Ahmed Abiy. Als Hungersnot wird die schlimmste Form einer Hungerkrise bezeichnet, bei der viele Menschen infolge von Mangelernährung sterben.

Blinken habe Äthiopien erneut dazu aufgefordert, alle aus dem Nachbarland Eritrea stammenden Truppen sofort und überprüfbar aus der Region Tigray abzuziehen, hiess es weiter. Alle beteiligten Konfliktparteien müssten «Kampfhandlungen sofort beenden», forderte Blinken demnach.

Die Regierung des nordostafrikanischen Landes hatte im November eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die Kämpfe im Norden Äthiopiens verwandelten sich bald in einen komplexen Konflikt, in den auch das Nachbarland Eritrea verwickelt ist. Der andauernde Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und grosse Zerstörung angerichtet.

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