Kolumbien vollzieht Kehrtwende mit Botschaft in Jerusalem
Kolumbien vollzieht unter dem neuen rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo De La Espriella eine aussenpolitische Kehrtwende und stärkt seine Beziehungen zu Israel mit der Eröffnung einer Botschaft in Jerusalem. «Diese Botschaft ist ein sichtbarer Ausdruck unserer Entschlossenheit, den Dialog wieder aufzunehmen», sagte Kolumbiens Aussenminister Omar Bula bei der Eröffnung in Jerusalem. Auch Israels Aussenminister Gideon Saar begrüsste den Schritt und bezeichnete die Eröffnung als «einen Festtag» für die Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Der Schritt markiert eine Abkehr von der Politik des linksgerichteten Vorgängerpräsidenten Gustavo Petro. Er hatte im Mai 2024 wegen des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen die diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen. De La Espriella liess die Beziehungen nach seinem Amtsantritt im August wieder aufnehmen und kündigte die Verlegung der Botschaft an.
Der Status Jerusalems ist völkerrechtlich umstritten. Israel betrachtet die gesamte Stadt als seine «ewige Hauptstadt», während die Palästinenser Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen palästinensischen Staates beanspruchen. Nach Angaben des israelischen Aussenministeriums handelt es sich um die zehnte diplomatische Vertretung, die in Jerusalem eröffnet wurde. Zu diesen Ländern gehören neben den USA auch mehrere lateinamerikanische Staaten wie Guatemala, Honduras und Paraguay.
Auch Argentiniens rechtsgerichteter Präsident Javier Milei, ein enger Verbündeter Israels, hat die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem angekündigt, bislang aber nicht umgesetzt.






