Jetzt fehlt Berner Bären-Schnäbi schon auf Migros-Schoggi
Der «Bärner Bär» auf der Migros-Schoggi ist plötzlich untenrum deutlich diskreter unterwegs. Das fehlende Geschlechtsmerkmal gibt in Bern zu reden.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf der «Bärner Bär»-Schoggi der Migros ist der rote Penis des Berner Wappentiers verschwunden.
- Die Migros erklärt, die Illustration sei vereinfacht worden – dabei habe der Bär mehrere Details eingebüsst.
- Eine Rückkehr des gezoteten Bärens ist vorerst nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen.
Das Berner Wappentier darf sein rotes Schnäbi weiterhin ungeniert zur Schau stellen. Die Kantonsregierung stellte kürzlich in einer Antwort an einen GLP-Politiker klar, dass sie das Wappen nicht ändern will.
Der Parlamentarier hatte offenbar geglaubt, ein Bär ohne Geschlechtsteil würde die gesamte Bevölkerung besser vertreten und abholen.
Trotz kantonalem Freipass macht der Bär nun trotzdem einen Rückzieher. Zumindest bei der Migros.
Auf der Verpackung der 500-Gramm-Schoggi ist der «Bärner Bär» nicht mehr gezotet – wie man das in der Fachsprache nennt. Vom einstigen Prachtstück fehlt jede Spur.
«Bärner Bärin», spottet ein Reddit-User. «Wie kann man nur diesen armen Bären kastrieren? Schämen sollten sich die!», stöhnt ein Kommentator.
Andere wiederum wundern sich, dass das fehlende Geschlechtsteil überhaupt auffällt. «Ihr seid viel zu viel nach Pimmeln am Schauen.»
Schokolade verkauft sich auch mit neuer Verpackung gut
Eine Nau.ch-Recherche zeigt: Das rote Glied war tatsächlich einmal Teil der «Bärner Bär»-Schoggi. Auf der offiziellen Migros-Website prangt es noch immer in voller Pracht.
Wie kam es zum Schnäbi-Schwund?
Auf Anfrage von Nau.ch antwortet Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Leiterin der Migros-Medienstelle. «Die Gerüchte über eine Kastration unseres Verpackungsbären sind stark übertrieben», schreibt sie.
«Tatsächlich wurde Illustration im Zuge einer Überarbeitung vereinfacht.» Dabei habe der Bär verschiedene Details eingebüsst. «Nicht nur eines.»
Die Schoggi verkauft sich offenbar auch ohne bärisches Gemächt prächtig.
«Die Verkaufsentwicklung lässt keinen Zusammenhang zwischen Schokoladenabsatz und bärischer Anatomie erkennen. Unsere Konsumentinnen und Konsumenten scheinen erfreulicherweise andere Kaufkriterien zu haben», sagt sie.
Migros will vorerst Design nicht anpassen
Dass das Berner Wappentier für Diskussionen sorgt, überrascht Huguenin-dit-Lenoir nicht.
«Kaum ein anatomisches Detail hat es in der Schweiz zu vergleichbarer politischer Aufmerksamkeit gebracht. Ausser vielleicht der Bock mit den goldigen Hoden in Schaffhausen», weiss sie.

Eine Rückkehr zum gezoteten Bären ist trotzdem vorerst nicht geplant.
Ganz ausgeschlossen ist eine Wiederkehr aber nicht. «Wie jeder gute Bär behalten wir uns vor, den Winterschlaf für künftige Ideen jederzeit zu unterbrechen …»















