Prognosen zufolge hat die Regierungskoalition in Japan eine Mehrheit erzielt. LDP und Komeito erleiden aber deutliche Verluste.
Japan
Ein Mann gibt seine Stimme in Tokio ab. - EPA/FRANCK ROBICHON

Das Wichtigste in Kürze

  • In Japan finden derzeit Parlamentswahlen statt.
  • Die Regierungskoalition steuert laut Prognosen auf den Wahlsieg zu.

Bei der Parlamentswahl in Japan hat die Regierungskoalition laut Prognosen trotz deutlicher Verluste eine Mehrheit erzielt. Die liberaldemokratische Partei LDP und ihr Juniorpartner Komeito kämen auf 239 bis 288 der 465 Sitze im Unterhaus, meldete der öffentlich-rechtliche Sender NHK am Sonntag. Bislang verfügte die Koalition über 305 Sitze.

Anfang Oktober war der frühere Aussenminister Fumio Kishida von der LDP nach dem Rückzug von Yoshihide Suga zum Regierungschef gewählt worden, anschliessend setzte er den Wahltermin an. Der 64-jährige Kishida hatte vor seiner Wahl einen Neuanfang sowie massive Corona-Hilfen für die Wirtschaft versprochen, in der Öffentlichkeit steht er jedoch für Kontinuität und eine Fortsetzung der Politik seiner Vorgänger.

Yoshihide Suga
Yoshihide Suga ist kürzlich als Regierungschef Japans zurückgetreten. - dpa-infocom GmbH

Für die Parlamentssitze bewarben sich landesweit 1051 Kandidaten. In der Vergangenheit hatten sich Stimmen gegen die LDP auf mehrere Oppositionsparteien aufgeteilt, diesmal kooperierten aber fünf rivalisierende Parteien. Doch spielte das Wahlsystem nach Einschätzung von Experten der LDP in die Hände.

Japan steht vor grossen Herausforderungen: Die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt will nach der Corona-Pandemie zu alter Kraft zurückfinden. Ausserdem haben sich die militärischen Bedrohungen in der Region durch Nordkorea und China verstärkt.

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