Israel-Gaza-Krieg: Israelische Soldaten kritisieren eigene Regierung
Viele israelische Soldaten meistern im Israel-Gaza-Krieg einen Spagat. Sie riskieren ihr Leben für eine Politik, die nicht ihre ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Für viele israelische Soldaten ist der Krieg Israels in Gaza ein zweischneidiges Schwert.
- Sie wollen die Hamas bekämpfen, stellen sich jedoch gegen die Politik ihrer Regierung.
- Genau wie viele Demonstranten fordern sie, auch nach diplomatischen Lösungen zu suchen.
Sie ziehen für ihr Land in den Krieg – und üben dennoch Kritik an der eigenen Regierung. Mehr und mehr israelische Soldaten leben in diesem Widerspruch. Sie riskieren ihr Leben für einen Präsidenten, dessen Politik sie nicht gutheissen.
Unter den Demonstranten, die seit Tagen gegen die Politik ihres Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu protestieren, sind auch viele Soldaten. Die Forderung: Neuwahlen.

Er führe Krieg gegen die Hamas und die Hisbollah, sagte Itamar, einer der Soldaten, in einem SRF-Interview. «Ich kämpfe aber auch mit allen legalen Mitteln, um unsere grauenhafte Regierung zu ersetzen.»
Reservesoldat: Pflicht, den Extremismus zu bekämpfen
Wie viele der anderen Soldaten, die seit Monaten die Hamas bekämpfen, ist Itamar Reservist. Der 46-Jährige wurde unmittelbar nach dem Hamas-Attentat am 7. Oktober 2023 eingezogen.
«Ich sah die Brutalität der Hamas. Die verbrannten Autos. Die Leichen von getöteten Familien, Soldaten, Tieren», beschrieb er die Bilder, die er sah.
Dass es seine Pflicht sei, Extremismus zu bekämpfen, steht für Itamar ausser Frage. Die Taten der Hamas seien durch nichts zu rechtfertigen – auch nicht durch die Besetzung des Gazastreifens durch Israel. «Zivilisten töten, in ein Kibbuz eindringen und wahllos morden: Das tut man einfach nicht.»
Auch diplomatische Lösungen im Israel-Gaza-Krieg suchen
Doch bedeute all das nicht, dass er bedingungslos hinter seiner Regierung stehe. Er schäme sich für sie, gesteht Itamar, der im zivilen Leben als Pädagoge arbeitet.
«In einer Demokratie ist jeder mitverantwortlich für die Regierung seines Landes», sagte er. Im Israel-Gaza-Krieg kämpfe er jedoch nicht für Netanjahu, sondern für sein Land und seine Landsleute.
Netanjahus kompromisslose Kriegspolitik, sagte ein anderer Soldat zu SRF, sei nicht für ihn zielführend.
Er glaube zwar auch, dass die Hamas zerstört werden muss, meinte der 31-jährige Doron. Doch hält er die Suche nach diplomatischen Lösungen und Verhandlungen für ebenso wichtig.





















