Israel beginnt mit Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten

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Israel hat mit der Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten begonnen. Die Menschenrechtsorganisation Adalah teilte mit, alle Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte seien aus dem Gefängnis entlassen worden und nun auf dem Weg zur Abschiebung aus Israel.

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Israel beginnt mit der Abschiebung hunderter Gaza-Aktivisten - keystone

Die meisten von ihnen sollten demnach vom Ramon-Flughafen im Süden Israels aus ausfliegen. Adalah warf Israel Folter, Demütigung und unrechtmässige Haft friedlicher Aktivisten vor. Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete unter Berufung auf Adalah, vier Aktivisten seien bereits über den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ausgeflogen.

Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das die Gaza-Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international Empörung ausgelöst. Es zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhängern und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod.

Auch der polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski schrieb auf der Plattform X, Polen verurteile aufs Schärfste «das Vorgehen der israelischen Behörden gegenüber den von der israelischen Armee festgenommenen Aktivisten der «Global Sumud Flotilla», unter denen sich auch polnische Staatsbürger befinden«. Er habe den israelischen Geschäftsträger in Warschau einbestellt. «Wir verlangen die sofortige Freilassung der polnischen Staatsbürger und eine Behandlung, die den internationalen Standards entspricht.»

Ähnlich reagierte auch Grossbritannien und bestellte den ranghöchsten israelischen Diplomaten im Vereinigten Königreich ein, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet. Ben-Gvir habe die Aktivisten verhöhnt, das Verhalten verletze «die grundlegendsten Massstäbe von Respekt und Menschenwürde», heisst es demnach aus dem britischen Aussenministerium. Bereits zuvor hatte Aussenministerin Yvette Cooper mitgeteilt, «zutiefst entsetzt» über das Video zu sein.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die Behandlung der Aktivisten sei «völlig inakzeptabel». Er forderte israelische Regierung auf, «den Schutz und die würdige Behandlung dieser Aktivisten, darunter mehrere EU-Bürger, sicherzustellen» sowie eine schnelle Freilassung aller Inhaftierten.

Auch der für gewöhnlich sehr israelfreundliche US-Botschafter Mike Huckabee verurteilte Ben-Gvirs Verhalten als «verabscheuungswürdig». Die «Global Sumud Flotilla» sei eine «dumme Aktion» gewesen, Ben-Gvir habe aber «die Würde seiner Nation verraten».

Führende israelische Politiker verurteilten zwar Ben-Gvirs Verhalten, über mögliche Konsequenzen für den Minister ist aber nichts bekannt. Innerhalb der Armee herrscht laut einem Bericht von «ynet» Wut auf den Polizeiminister. Ein namentlich nicht genannter Militär habe von einem «strategischen Anschlag» und «unverantwortlichem Handeln» Ben-Gvirs gesprochen. Die Armee habe sich bemüht, bei dem Stopp der Hilfsflotte auf «saubere Weise» zu handeln, um internationale Schlagzeilen zu verhindern.

Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die von Ägypten mitgetragene Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen.

Kommentare

User #2856 (nicht angemeldet)

Was Israel gemacht hat, ist Piraterie in internationalen Gewässern und die Entführung von ausländischen Zivilisten nach Israel. Die UNO schaut einfach zu. Ich bin sehr froh, dass zumindest verschiedene Länder diplomatisch auf diese Verbrechen reagieren. Für mich ist Israel gestorben.

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