In Israel stehen Neuwahlen bevor

Esada Kunic
Esada Kunic

Israel,

Die Knesset hat fast einstimmig für ihre eigene Auflösung gestimmt. Israel steuert damit auf die erste landesweite Wahl seit dem Hamas-Angriff zu.

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Israel steht vor vorgezogener Wahl – die Knesset stimmt für ihre Auflösung. (Archivbild) - keystone

110 der 120 Abgeordneten der Knesset stimmten am Mittwoch ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen für die Parlamentsauflösung, wie «onvista» berichtet. Den Gesetzentwurf hatte Netanjahus eigene Regierungskoalition eingebracht.

Hintergrund ist ein Streit mit ultraorthodoxen Parteien. Diese werfen Netanjahu vor, ein zugesagtes Gesetz zur Wehrdienstbefreiung ihrer Gemeinschaft nicht umgesetzt zu haben, berichtet die «taz».

Sollte Benjamin Netanjahu aus deiner Sicht zurücktreten?

Seit dem Austritt der ultraorthodoxen Parteien Vereinigtes Tora-Judentum und Schas aus der Koalition fehlt Netanjahu die parlamentarische Mehrheit.

Wahl in Israel wohl ab Ende August möglich

Die Wahl für ein neues Parlament in Israel darf laut Gesetz «frühestens 90 Tage nach Verabschiedung» stattfinden. Damit wäre sie ab der dritten Augustwoche möglich, so die «taz».

Laut «onvista» könnte der Urnengang damit mehrere Wochen vor dem letzten möglichen Termin am 27. Oktober abgehalten werden.

Als nächster Schritt muss zunächst ein Parlamentsausschuss den genauen Wahltermin festlegen, danach entscheidet die Knesset endgültig. Dieser Prozess kann noch Wochen dauern.

Netanjahu unter doppeltem Druck

Es wäre die erste landesweite Wahl seit dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023, hält das «Handelsblatt» fest. Umfragen deuten auf einen möglichen Regierungswechsel hin.

Der Oppositionsführer Jair Lapid und Ex-Regierungschef Naftali Bennett erklärten sich laut «taz» bereit, gemeinsam zur Wahl anzutreten. Ende April haben sie die Anti-Netanjahu-Allianz Bejahad (Gemeinsam) gegründet.

Aktuelle Umfragen zeigen dabei einen Gleichstand zwischen Likud und dem Lapid-Bennett-Bündnis.

Korruption und Gesundheit als Themen

Netanjahu steht auch wegen eines laufenden Korruptionsprozesses unter erheblichem persönlichen Druck, berichtet «onvista». Präsident Herzog soll derzeit zwischen Anklage und Verteidigung vermitteln, mit einer Einigung, die einen politischen Rückzug Netanjahus beinhalten könnte.

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Ein Konflikt zwischen der Regierung und ultraorthodoxen Parteien über die Ausnahme vom Militärdienst führt zu Neuwahlen in Israel. (Archivbild) - keystone

Zudem könnte der Gesundheitszustand des 76-jährigen Premiers eine Rolle spielen. Netanjahu liess sich zuletzt wegen Prostatakrebs behandeln und erhielt 2023 einen Herzschrittmacher.

Beobachter hatten sich laut «taz» bereits in der Vergangenheit überzeugt gezeigt, dass Netanjahu die Wahl vorziehen werde.

Kommentare

User #1289 (nicht angemeldet)

Die Bibel sagt uns, dass "am Ende der Zeiten, die Juden zurück nach Israel kommen würden und niemand sie da wieder vertreiben kann... Jeremia 16. Seit 1948 erleben wir dies hautnah, offensichtlich ist dies eine feste Zusage von Gott an die Juden, wer kann dem widerstehen?

User #2672 (nicht angemeldet)

Man könnte sich vorstellen, dass das Land seine bestehenden Grenzen und Strukturen verändert oder auflöst, um Platz für etwas Neues zu schaffen

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