Iranische Zeitung berichtet über inhaftierte Ärzte nach Protesten

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Iran,

Eine iranische Zeitung hat ungewöhnlich kritisch über die Inhaftierung von Medizinern im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten berichtet.

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Eine Frau bei den Protesten im Iran. (Archivbild) - keystone

Die dem reformorientierten Lager zugeordnete Zeitung «Shargh» veröffentlichte die Namen von 25 Ärztinnen, Ärzten und Beschäftigten des Gesundheitswesens, die Anfang Januar festgenommen worden waren.

Menschenrechtler und Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass Medizinern, die verletzte Demonstranten behandelt hatten, Konsequenzen drohen. Offizielle Stellen erklärten in dem Bericht der Zeitung, dass es keinen Zusammenhang zwischen ärztlicher Behandlung und juristischen Folgen gebe. «Wir kennen keinen Fall, in dem jemand irgendwo behandelt hat und daraufhin inhaftiert wurde», sagte etwa der Präsident der iranischen Ärztevereinigung.

Nachforschungen der bekannten Reporterin Nilufar Hamedi, die den Bericht verfasst hat, liessen aber auch kritische Stimmen zu Wort kommen. Ein anonym zitierter Arzt verteidigte die Behandlung von Demonstranten. «Ob im Spital, in der Praxis, zu Hause oder auf der Strasse, es macht keinen Unterschied», sagte er. Die erste Priorität jeder Pflegekraft und jedes Arztes, der seinem Eid verpflichtet sein will, sei die Rettung von Menschenleben.

Die Proteste im Iran waren Ende Dezember zunächst wegen einer Wirtschaftskrise ausgebrochen und entwickelten sich schnell zu politischen Aufständen. Am 8. und 9. Januar kam es zu Massenprotesten, die der Sicherheitsapparat brutal niederschlug. Das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA hat bislang den Tod von mehr als 6.400 Demonstranten verifiziert. Mehr als 50.000 Menschen seien festgenommen worden.

Hamedi war im Zuge der «Frau, Leben, Freiheit»-Proteste im Herbst 2022 wegen eines Berichts verhaftet, wegen Spionagevorwürfen verurteilt und erst im Februar 2025 begnadigt worden. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Elaheh Mohammadi hatte sie über den Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini berichtet, der die damalige Protestwelle ausgelöst hatte.

Mohammadi hatte bei der jüngsten Protestwelle ebenfalls kritisch berichtet. Ihrem Arbeitgeber, der Zeitung «Hammihan», wurde vor rund zwei Wochen die Arbeit untersagt. Die Presse im Iran unterliegt der Zensur. Einige wenige Medien versuchen dennoch, regierungskritisch zu berichten. In Krisenzeiten ist dies umso schwieriger.

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