Teheran stellt Verhandlungen bei US-Drohungen auf Eis
Teheran pocht auf das Zwischenabkommen und verweigert neue Verhandlungsrunden, solange Washington Druck macht.

Teheran macht ernst: Der Iran wird keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA aufnehmen, solange Washington droht. Das erklärte Aussenminister Abbas Araghchi auf der Plattform X, wie der «ORF» berichtet.
Araghchi reagierte damit direkt auf eine Aussage von US-Präsident Donald Trump. Trump hatte zuvor gedroht, «den Job zu Ende zu bringen», sollte keine Einigung erzielt werden.
Der iranische Aussenminister schrieb laut «ZDFheute»: «Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden nicht beginnen, wenn die Drohungen anhalten.» Araghchi verwies dabei auf ein kürzlich unterzeichnetes Zwischenabkommen.
Rahmenabkommen als Basis
In jenem Zwischenabkommen verpflichteten sich beide Seiten, auf Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander zu verzichten. Teheran sieht Trumps Aussagen als klaren Vertragsbruch, wie der «ORF» festhält.
Wie «mena-watch» berichtet, erinnerte Araghchi Trump zudem an die US-Verpflichtungen aus der Absichtserklärung vom Juni. Darin hätten sich die USA verpflichtet, ihren Verbündeten Israel gegenüber Teheran zu mässigen.
Araghchi wandte sich mit einer Warnung direkt an Israel: «Wenn sie ihren Herrn ignorieren, wird der Iran ihnen eine Lektion erteilen.» Jede Drohung gegen das iranische Volk ziehe eine sofortige Reaktion nach sich.
Washington und Teheran mit gegensätzlichen Aussagen
US-Präsident Trump betonte gleichzeitig, die Gespräche mit dem Iran verliefen «sehr gut». Er erklärte gegenüber Journalisten, der Iran mache bei der Umsetzung der Absichtserklärung «grosse Fortschritte», wie «mena-watch» berichtet.

Teheran widerspricht dieser Darstellung grundlegend. Irans Parlamentspräsident Ghalibaf erklärte, Teheran werde sich an keinerlei weiteren Gesprächen beteiligen, bis alle Bedingungen der Absichtserklärung erfüllt seien.
Beide Seiten verhandeln derzeit im Rahmen eines 60-tägigen Zeitfensters über eine endgültige Friedensvereinbarung. Ob es angesichts der neu entfachten Spannungen zu weiteren Verhandlungsrunden kommt, bleibt vorerst offen.












