Iran warnt: Keine Militärschiffe vor Strasse von Hormus

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA brachten kein Ergebnis. Derweil greift Israel die Hisbollah im Libanon weiter an.

iran
US-Vizepräsident JD Vance unterhält sich in Islamabad mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran und die USA haben sich auf eine Feuerpause geeinigt.
  • Die am Samstag begonnenen Gespräche wurden ohne Ergebnis beendet.
  • Hier im Ticker verpasst du keine neue Entwicklung.

In der Nacht auf Mittwoch einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen. Am Samstag begannen Gespräche zwischen einer US-Delegation um JD Vance und iranischen Vertretern in Pakistan. Heute sollen sie fortgeführt werden.

Teil der Verhandlungen ist die Öffnung der Strasse von Hormus. Teheran hatte diese am Mittwoch geöffnet und sogleich wieder geschlossen. Gleichzeitig droht das Regime wegen der anhaltenden israelischen Angriffe auf den Libanon mit dem Ausstieg aus der Feuerpause. Nächste Woche wollen Beirut und Jerusalem verhandeln.

Können sich USA und Iran auf dauerhaften Frieden einigen?

Der Iran ist der Ansicht, dass die Waffenruhe auch für den Libanon gilt. Israel hingegen teilt mit, dass das Abkommen nur den Konflikt zwischen den USA und dem Iran betrifft. Deswegen werden die heftigen Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Libanon fortgeführt.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.

Parlamentspräsident: US-Drohungen gegen Iran wirkungslos

21.23: Die Drohungen der USA haben nach Angaben des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf ihren Einfluss verloren. «Der Iran hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass er sich Drohungen nicht beugen wird und dass sie keinerlei Wirkung mehr haben», sagte Ghalibaf, wie die Nachrichtenagentur Tasnim am Abend (Ortszeit) berichtete.

Ohne US-Präsident Donald Trump namentlich zu nennen, deutete er die amerikanischen Drohungen als Ausdruck von Ratlosigkeit, in die Washington seit dem Ausbruch des Krieges geraten sei.

Revolutionsgarden warnen: Kein Militär in der Strasse von Hormus

20.59: Die iranischen Revolutionsgarden haben erneut davor gewarnt, dass sich Militärschiffe der Strasse von Hormus nähern. Dies würde als «klarer Verstoss gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet», hiess es in einer Mitteilung am Abend (Ortszeit).

Hormus
Militärschiffe, die sich der Strasse von Hormus nähern, werden vom Iran als klarer Verstoss gegen die Waffenruhe betrachtet. - keystone

Die Meeresenge sei ausschliesslich für die friedliche Durchfahrt ziviler Schiffe geöffnet, nicht jedoch für Militärschiffe. Jegliche Annäherung, «unter welchem Vorwand auch immer», werde von den Garden als Bruch der Waffenruhe gewertet und daher auch entschlossen und konsequent beantwortet.

Netanjahu besucht Südlibanon und kündigt weitere Kämpfe an

20.13: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Südlibanon besucht und eine Fortsetzung der Kämpfe mit der libanesischen Hisbollah-Miliz angekündigt. «Der Krieg dauert an, auch innerhalb der Sicherheitszone im Libanon», sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.

Pressekonferenz von Netanjahu
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. - keystone

Er sei gemeinsam mit dem Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Ejal Zamir im südlichen Abschnitt des Nachbarlands gewesen. Der genaue Ort wurde dabei nicht angegeben.

Israels Armee habe «dank dieser Sicherheitszone die Invasionsbedrohung aus dem Libanon vereitelt», sagte der Regierungschef. Er sprach von «grossen Erfolgen» auch im Kampf gegen den Raketenbeschuss aus dem Libanon auf Israels Norden, sagte aber, es gebe «noch Arbeit zu tun».

Irans Präsident: US-«Doppelstandards» grösstes Hindernis für Einigung

18.25: Der iranische Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die angeblichen Doppelstandards der USA als das grösste Hindernis für eine Einigung im derzeitigen Konflikt.

Massud Peseschkian
Der iranische Präsident Massud Peseschkian. - keystone

«Bei den Verhandlungen in Islamabad waren das anhaltende Festhalten der USA an Doppelstandards sowie ihr machtpolitischer Anspruch das grösste Hindernis», sagte Peseschkian in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie das iranische Präsidialamt mitteilte. Nähere Erläuterungen machte er dazu demnach nicht.

Der Iran ist laut Peseschkian grundsätzlich zu einem fairen Abkommen bereit, um so einen dauerhaften Frieden in der Region zu ermöglichen.

«Eine Einigung ist auch durchaus machbar, nur müssen sich die USA an die international anerkannten Vorschriften und das Völkerrecht halten», so der Präsident laut der Mitteilung.

Trump verteidigt drastische Drohung gegen Iran

17.46: US-Präsident Donald Trump hat seine drastische Drohung gegen den Iran, «eine ganze Zivilisation» auszulöschen, verteidigt.

In einem Interview des US-Senders Fox News sagte Trump: «Ich bin einverstanden mit dieser Aussage.» Sie habe die Führung in Teheran schliesslich an den Verhandlungstisch gebracht.

Zivilisation
Trump drohte kürzlich, im Iran «eine ganze Zivilisation» auszulöschen. - keystone

Iran habe «keine Karten mehr», behauptete der US-Präsident weiter, Marine und Luftwaffe des Landes seien «komplett zerstört». Teheran werde auch nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen letztlich zurückkommen und «alles geben müssen, was wir wollen». Und das sei, so Trump, nicht 90 oder 95 Prozent – «Ich habe ihnen gesagt, ich will alles.»

Oman: «Schmerzhafte Zugeständnisse» im Iran-Krieg nötig

17.21: Für einen Frieden im Iran-Krieg müssen sich die Konfliktparteien nach Ansicht von Omans Aussenminister Badr al-Busaidi womöglich zu grossen Zusagen durchringen.

«Der Erfolg erfordert möglicherweise, dass alle schmerzhafte Zugeständnisse machen, aber das ist gar nichts im Vergleich zum Schmerz und Versagen des Krieges», teilte al-Busaidi bei X mit. Er drängte darauf, dass die zuvor geltende Waffenruhe verlängert und die Gespräche fortgesetzt werden.

Trump äussert sich zu gescheiterten Iran-Verhandlungen

15.11: Nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran hat sich US-Präsident Trump via Truth Social geäussert. Das Treffen sei gut verlaufen, doch bei der Atomfrage habe es keine Einigung gegeben.

Trump
US-Präsident Donald Trump hat eine Blockade der Strasse von Hormus angekündigt. - keystone

Der Republikaner kündigte zudem eine Blockade der Strasse von Hormus durch die US-Marine an. «Mit sofortiger Wirkung wird die US-Marine, die beste der Welt, damit beginnen, alle Schiffe zu BLOCKIEREN, die versuchen, in die Strasse von Hormus einzufahren oder sie zu verlassen. Irgendwann werden wir eine Regelung erreichen, bei der ‹ALLE REIN DÜRFEN, ALLE RAUS DÜRFEN›, aber der Iran hat dies verhindert, indem er einfach behauptet: ‹Da draussen könnte irgendwo eine Mine liegen›, von der niemand ausser ihm etwas weiss», schrieb er.

Schiffe, die dem Iran eine Gebühr für die Durchfahrt bezahlen, werde man aufspüren und abfangen, droht der US-Präsident. «Niemand, der eine illegale Gebühr zahlt, wird auf hoher See sicheren Durchgang haben.»

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

14.49: Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein

Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete, Generalstabschef Ejal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen.

Sollen die Kampfhandlungen gegen den Iran wieder aufgenommen werden?

Das Militär solle sich «auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten», hiess es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.

Iran gibt USA Schuld für Ende der Gespräche

12.19: Der Verhandlungsleiter der iranischen Delegation hat den USA die Schuld dafür gegeben, dass die Friedensverhandlungen in Islamabad keine Einigung brachten.

«Meine Kollegen in der iranischen Delegation brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztendlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen», schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.

Er habe bereits vor den Gesprächen betont, dass der Iran über den nötigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, aber aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Kriegen kein Vertrauen in die Gegenseite habe. Ghalibaf dankte Pakistan zudem für die Vermittlungsbemühungen.

Iran: Mit USA uneinig in zwei zentralen Punkten

10.33: Bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA unter Vermittlung Pakistans waren sich die Kriegsparteien nach iranischen Angaben in zwei zentralen Punkten uneinig. «Wir haben in einer Reihe von Fragen eine Einigung erzielt.

Iran.
Die Flagge der Islamischen Republik Iran. - keystone

Die Realität sieht jedoch so aus, dass bei zwei zentralen Themen die Positionen zu weit auseinander lagen und letztendlich keine Einigung erzielt werden konnte», sagte der Sprecher von Irans Aussenministerium, Ismail Baghai, dem Staatssender Irib.

Um welche Themen es sich handelte, sagte er nicht.

Pakistan ruft USA und Iran zu Festhalten an Waffenruhe auf

07.35: Nach den direkten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans hat der pakistanische Aussenminister Ishaq Dar die beiden Parteien aufgerufen, an ihrer Verpflichtung zu einer Waffenruhe festzuhalten.

Man hoffe, dass beide Seiten «dauerhaften Frieden und Wohlstand für die gesamte Region und darüber hinaus» erreichen würden, teilte Dar mit.

Nach stundenlangen Verhandlungen waren die Gespräche am Sonntagmorgen zunächst ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, war zunächst unklar.

US-Vizepräsident Vance: Keine Einigung mit Iran erzielt

07.08: Bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans ist nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance keine Einigung erzielt worden.

Man kehre nun in die USA zurück, sagte Vance nach stundenlangen direkten Gesprächen mit dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

JD Vance
JD Vance kündigt die Rückreise in die USA an. - keystone

Nach 21 Stunden hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, dem Iran entgegenzukommen.

Vance sagte nicht im Detail, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln. «Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden.»

Man verlasse den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, sagte Vance. Während der Verhandlungen sei er in ständigem Kontakt mit US-Präsident Donald Trump gewesen.

Netanjahu: Iran-Kampagne «noch nicht fertig»

03.00: In einem Video-Statement erklärte Benjamin Netanjahu, dass die Iran-Kampagne «noch nicht fertig» sei. «Aber wir können eindeutig sagen, dass wir historische Erfolge erzielt haben.»

netanjahu
Benjamin Netanjahu gibt sich in Bezug auf den Iran kämpferisch. - keystone

In Bezug auf den Iran und dessen verbündete Milizen sagte der israelische Ministerpräsident: «Sie wollten uns erwürgen, jetzt erwürgen wir sie.» Man habe dem Feind «einen Schlag versetzt, aber wir haben noch mehr zu tun».

Iranische Medien: Gespräche mit USA gehen am Sonntag

02.05: Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung von Pakistan sollen am heutigen Sonntag fortgesetzt werden. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim, Fars und Irna übereinstimmend in der Nacht.

Rund 14 Stunden nach Beginn des Treffens in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad war demnach eine direkte Verhandlungsrunde in den frühen Morgenstunden zu Ende gegangen. Expertenteams sollten den Angaben zufolge nun zunächst weitere Verhandlungstexte austauschen. Aus den USA hiess es von einem hochrangigen Beamten im Weissen Haus, auch nach 15 Stunden gingen die Gespräche weiter.

strasse von hormus
Der Iran hat die Strasse von Hormus mutmasslich vermint. - keystone

Iranische Medien hatten zuvor über grosse Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von «überzogenen Forderungen» der US-Seite. Konkret wurde die Strasse von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden.

Tasnim zufolge besteht die iranische Delegation auf der «Wahrung der militärischen Errungenschaften», eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den grössten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Strasse von Hormus geben.

Kommentare

User #2150 (nicht angemeldet)

Ihr werdet alle glücklich sein mit nichts.

User #1694 (nicht angemeldet)

Nicht jammern, Steuern zahlen.

Weiterlesen

Iran
238 Interaktionen
Trump reagiert schon
Chamenei Trump
2'493 Interaktionen
In Pakistan
Weiterbildung
11 Interaktionen
Neue Skills lernen

MEHR IN POLITIK

5 Interaktionen
Washington
1 Interaktionen
Uster
2 Interaktionen
Zürich
13 Interaktionen
Teheran/Washington

MEHR AUS PAKISTAN

3 Interaktionen
Islamabad
2 Interaktionen
Islamabad
vance
4 Interaktionen
Ringen um Frieden
8 Interaktionen
Islamabad