Iran stellt USA Bedingungen – Netanjahu pocht auf Abrüstung
Iran zeigt sich vor den Genfer Atomgesprächen mit den USA kompromissbereit – knüpft dies aber an eine klare Bedingung.

Der Iran ist grundsätzlich zu Kompromissen für ein neues Atomabkommen mit den USA bereit. Wie das «Handelsblatt» berichtet, knüpft Teheran dies jedoch an die Bereitschaft Washingtons, über eine Aufhebung der Sanktionen zu verhandeln.
Irans Vize-Aussenminister Madschid Tacht-Rawanchi liess den Ball demonstrativ in der Hälfte der Amerikaner. «Wenn sie es ernst meinen, dann bin ich sicher, dass wir auf dem Weg zu einem Abkommen sind.»
Eine vollständige Einstellung der Urananreicherung steht für Teheran laut den «Salzburger Nachrichten» hingegen «nicht mehr auf der Tagesordnung». Ob Teheran seine Bestände von über 400 Kilogramm hochangereichertem Uran ausser Landes bringen würde, schloss der Vize-Aussenminister nicht aus.
Netanjahu erhöht Druck auf Iran und USA
Vor den Verhandlungen erhöhte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu den Druck auf beide Seiten deutlich. «Alles angereicherte Material muss den Iran verlassen», sagte er laut den «Salzburger Nachrichten» in einer Rede in Jerusalem.
Auch dürfe der Iran keinerlei Anreicherungskapazitäten mehr besitzen: Anlagen und Infrastruktur müssten vollständig abgebaut werden, so Netanjahu. Zudem forderte er eine Lösung für das iranische Raketenprogramm und ein Ende der Unterstützung bewaffneter Milizen in der Region.
Gegenüber Trump, mit dem er sich zum siebten Mal seit dessen Amtsantritt traf, drängte Netanjahu auf diese Bedingungen. Trump seinerseits machte danach deutlich, dass er diplomatischen Lösungen derzeit militärischen Optionen vorzieht.
Gespräche in Genf – unter militärischem Schatten
Am Dienstag, dem 17. Februar, treffen die Delegationen beider Länder in Genf ein. Die Gespräche werden wie bereits in der ersten Runde Anfang Februar in Maskat «indirekt» geführt, wie die «Bild» berichtet.
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi traf dabei bereits vorab den IAEA-Chef Rafael Grossi zu technischen Vorgesprächen. Laut «swissinfo.ch» sprach Grossi von «tiefgreifenden technischen Diskussionen».

Die Lage bleibt brisant: Trump entsandte einen zweiten Flugzeugträger-Verband in die Region und drohte dem Iran erneut mit Konsequenzen, sollten die Gespräche scheitern. Parallel dazu übte die Revolutionsgarde der Islamischen Republik am Montag Manöver in der Strasse von Hormus, wie das «Handelsblatt» vermeldet.












