Hormus könnte Trumps teuerste Niederlage werden

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Iran,

    Iran und Oman einigen sich auf eine neue Schifffahrtsroute durch Hormus – inklusive Maut. Für Trump könnte das zum Politdebakel werden.

    donald trump hormus
    Iran und Oman planen eine Maut für die Strasse von Hormus – der Deal könnte Trump kurz vor den Midterms in die Bredouille bringen. - keystone

    Iran und Oman haben sich offenbar auf eine neue gemeinsame Schifffahrtsroute durch die Strasse von Hormus geeinigt. Wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet, sollen Transitgebühren für Handelsschiffe künftig fliessen.

    Irans Vize-Aussenminister Kazem Gharibabadi erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, ein bedeutender Teil der neuen Route verlaufe in iranischen Hoheitsgewässern. Einlaufende Schiffe würden demnach entlang des iranischen Küstenstreifens geführt, auslaufende Schiffe entlang der omanischen Küste.

    Findest du, dass die Maut an Hormus für Trump ein politisches Fiasko ist?

    Die neue Streckenführung würde dem Iran eine formelle Aufsichtsrolle über den Schiffsverkehr am Hormus verleihen. Im laufenden Krieg mit den USA und Israel wäre das ein erheblicher Machtzuwachs für Teheran.

    Milliardensummen winken dem Iran durch Hormus

    Laut der «Wirtschaftswoche» erwägt Teheran Gebühren in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts je Schiff. Der Oman strebt seinerseits rund drei Prozent an.

    Allein aus dem Rohöltransit durch Hormus könnten dem Iran rund 35 Milliarden Dollar (28,3 Milliarden Franken) jährlich zufliessen. Inklusive weiterer Güter könnten sich die Einnahmen auf über 50 Milliarden US-Dollar (40,3 Milliarden Franken) pro Jahr summieren.

    Vor Kriegsbeginn Ende Februar passierten täglich rund 18 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge, allein aus den Golfanrainerstaaten. Damit flossen durch Hormus etwa 20 Prozent des weltweiten Ölbedarfs – eine Schlüsselrolle für die Weltwirtschaft.

    Freiwillig auf dem Papier, Zwang in der Praxis

    Auf dem Papier sollen die Hormus-Gebühren laut «n-tv» als «freiwillig» deklariert werden – so hatte es Washington gefordert. Beobachter gehen aber davon aus, dass die Zahlung de facto erzwungen werden dürfte.

    Der Iran könnte laut Einschätzung von Experten nur zahlenden Schiffen die Sicherheit vor Seeminen garantieren, berichtet die «Wirtschaftswoche». Reeder würden so faktisch gezwungen, die Gebühr zu entrichten, um nicht exorbitante Versicherungsprämien zahlen zu müssen.

    Trump hatte die Passage durch Hormus wiederholt als bedingungslos frei gefordert. Die nun entstehende Vereinbarung gibt ihm zwar einen gesichtswahrenden Ausweg – doch das wirtschaftliche Machtgefüge verschiebt sich klar zugunsten Teherans.

    Schlappe für Trump kurz vor den Midterms

    Zu Kriegsbeginn hatte Trump erklärt, die Militäroperationen würden bloss «wenige Wochen» dauern und mit einer bedingungslosen Kapitulation enden. Nun droht Teheran stattdessen als grosser ökonomischer Gewinner aus dem Konflikt hervorzugehen, berichtet die «Frankfurter Rundschau».

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    Eine neue Schifffahrtsroute durch Hormus soll Milliarden in den Iran spülen. - keystone

    Laut der «Wirtschaftswoche» könnten sich mittelfristig auch die Ölexporteinnahmen des Iran erheblich erhöhen, falls Sanktionen gelockert werden. Das würde dem Mullah-Regime zusätzliche Mittel zur Machtsicherung im Inland verschaffen.

    Für Trump kommt der Hormus-Deal politisch ungünstig. Die Midterms finden am 3. November statt, und ein gestärkter Iran dürfte im Wahlkampf schwer zu erklären sein.

    Kommentare

    User #4433 (nicht angemeldet)

    Ab den Erniedrigungen, Diffamierungen, und Beleidigungen die der Donnald der Welgemeinschaft entgegen bringt, ist sich die Melania darüber zutiefst beschamt.

    User #4433 (nicht angemeldet)

    ALLES was die Orange anfasst, endet im Chaos.

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