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Iranische Regierung spielt Massenproteste herunter

Keystone-SDA
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Iran,

In den meisten Städten des Landes habe Ruhe geherrscht, erklärte ein Sprecher im Staatsfernsehen. Dabei gingen massenweise Menschen auf die Strassen.

HANDOUT - Dieses Videostandbild, das von einer Person aufgenommen wurde, die nicht bei Associated Press angestellt ist, und das AP außerhalb des Irans erhalten hat, zeigt Menschen, die...
HANDOUT - Dieses Videostandbild, das von einer Person aufgenommen wurde, die nicht bei Associated Press angestellt ist, und das AP außerhalb des Irans erhalten hat, zeigt Menschen, die... - Keystone/UGC/AP/Uncredited

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Grossstädten kam es den zweiten Abend in Folge zu Massenprotesten.
  • Das Staatsfernsehen spricht von Versuchen, die öffentliche Sicherheit zu stören.
  • Die Rede ist von «bewaffneten Terroristen».

Die iranische Führung hat die landesweiten Massenproteste heruntergespielt. In den meisten Städten des Landes habe Ruhe geherrscht, erklärte ein Sprecher im Staatsfernsehen, wie laut Übersetzung aus einem Video der Nachrichtenagentur des staatlichen iranischen Rundfunkverbundes, Iribnews, hervorgeht.

Weiter hiess es, laut Berichten aus dem Einsatzgebiet hätten «bewaffnete Terroristen» zwar erneut versucht, die öffentliche Sicherheit in verschiedenen Städten zu stören. Dank des Eintreffens der Sicherheitskräfte und der starken Präsenz der Bevölkerung sei es aber zu keinen bewaffneten Angriffen gekommen. In der Stadt Qazvin hätten Menschen die Aktionen «bewaffneter Terroristen» scharf verurteilt.

Menschenansammlungen an zentralen Plätzen

Am zweiten Abend in Folge hatten jedoch massenhaft Menschen in verschiedenen Grossstädten des Landes gegen die Regierung protestiert. Demonstrationen gab es unter anderem in den Millionenmetropolen Teheran und Maschhad.

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Viel geteilte Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenansammlungen an zentralen Plätzen. Unabhängig verifizieren liessen sich die Aufnahmen zunächst nicht.

Genaues Ausmass weiter unklar

Die britische BBC berichtete unter Berufung auf einen Arzt aus dem Iran, der sich am Freitagabend über das Satelliten-Internet Starlink in Verbindung gesetzt habe, dass sich das Farabi-Spitals, Teherans wichtigstes Augenzentrum, im Krisenmodus befinde. Notfalldienste seien überlastet. Nicht dringende Aufnahmen und Operationen seien ausgesetzt worden, und das Personal sei zur Behandlung von Notfällen herbeigerufen worden.

Das genaue Ausmass der Demonstrationen bleibt weiter unklar. Da die iranische Führung eine landesweite Internetsperre verhängt hat, dringen nur noch wenige Aufnahmen nach aussen.

Sicherheitskräfte und ausgewählte regierungsnahe Medien wie der staatliche Rundfunk sind beispielsweise von der Blockade des Internetzugangs nicht betroffen und verbreiten weiterhin ihre Berichte, etwa über den Messengerdienst Telegram. Menschen umgehen den Blackout Berichten zufolge per Starlink-Satelliteninternet – vorausgesetzt sie konnten die dafür notwendigen Terminals illegal einführen.

Aktivisten: Mindestens 65 Tote nach Demonstrationen

Bei den seit 13 Tagen anhaltenden Massenprotesten im Iran sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein. Mehr als 2300 weitere Menschen seien festgenommen worden, berichtet das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA.

Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 180 Städten gegeben. Diese Angaben lassen sich zurzeit nicht unabhängig überprüfen.

Zuvor hatte die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo gemeldet, dass bei Protesten bisher 51 Demonstrierende getötet worden seien. Allerdings fehlten dabei noch Zahlen aus mehreren Grossstädten vom Donnerstag und aus der vergangenen Nacht. Hunderte weitere Menschen sollen bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften verletzt worden sein.

Kommentare

User #1963 (nicht angemeldet)

Im Iran versucht man, die Freiheit des Volkes einzuschränken, indem man bestimmt, was das Volk sehen oder denken darf und was nicht. Das geschieht rigoros durch die Abschottung des Internets. Mit unglaublichem Mut protestieren die Menschen hier dennoch für ihre Freiheit. Im luxuriösen Schweiz versuchen einige Politiker, den umgekehrten Weg zu gehen, indem sie den Unterschied zwischen Ethik und Moral aufheben und hier die ersten Grundlagen für eine Moralpolizei schaffen, indem sie bestimmen, was die Bürger lesen dürfen und was nicht, auch wenn die Informationsträger aus dem Ausland kommen. Die Abschaltung des Internets ist etwas effektiver als das Verbot einer Satirezeitschrift, aber das Prinzip ist das gleiche: eine eigene private moralische Auffassung zur allgemein gültigen Wahrheit erheben und sie der Bevölkerung aufzwingen. Die Einschränkung der Wahlfreiheit passt in eine Diktatur, nicht in eine Demokratie, die die freie Meinungsäusserung schützen sollte. Waren wir nicht empört, als der Iran beschloss, Karikaturen in Frankreich zu verurteilen, haben wir damals nicht massenhaft über das Recht auf freie Meinungsäusserung gesprochen? Jetzt geschieht dasselbe durch Christen und ausgerechnet sehr rechtsgerichtete Politiker. Und das Volk? Es schweigt, schweigt, schweigt und lässt sich von den kommerziellen Medien mit grossen, suggestiven (zitierten) Worten die richtige private Moral einflüstern ...

User #1273 (nicht angemeldet)

das geht in jedem ort der welt ein paar leute auf der strasse bleiben trotzdem eine keinste minderheit

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