Internationale Kooperation steht trotz Krisen im Zentrum des WEF

Keystone-SDA
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Prättigau,

Bundespräsident Guy Parmelin will die Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam mit internationalen Partnern angehen. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Chinas Vize-Premierminister He Lifeng sprachen sich am WEF in Davos für mehr Austausch aus.

WEF 2026
Beim WEF soll die internationale Zusammenarbeit in Zentrum stehen. - keystone

Parmelin bedankte sich in seiner Eröffnungsrede am Weltwirtschaftsforum (WEF) für die internationale Unterstützung und Solidarität bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS. Es sei eindrucksvoll, in welchem Masse die Katastrophe Energien mobilisieren und über alle Widrigkeiten hinweg vereinen konnte, sagte er am Dienstagvormittag im Davoser Kongresszentrum.

Diese Einheit müsse über einzelne Ereignisse hinausgehen, so dramatisch sie auch sein mögen. Er wünsche sich eine solche Einheit zwischen den Ländern, damit tragfähige und dauerhafte Lösungen für die «Herausforderungen unserer Zeit» gefunden würden.

Davon gäbe es einige – als Beispiele nannte er die Ukraine und Gaza, den Sudan und jene in Venezuela und im Iran. Das WEF und seine hochrangigen Gäste in diesem Jahr würden jedoch bezeugen, dass die Welt bereit sei, im Dialog die Institutionen zu stärken und damit die Herausforderungen zu bewältigen.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht wolle die Schweiz auf internationale Beziehungen setzen, sagte der Wirtschaftsminister weiter. In Zeiten von Protektionismus setze Bern auf den freien Handel und den Ausbau der Handelsbeziehungen. In dieser Hinsicht traf der Bundespräsident den chinesischen Vize-Premierminister He Lifeng.

He Lifeng forderte in seiner Ansprache während der Eröffnungszeremonie mehr Austausch. Im vergangenen Jahr habe die Wirtschaftsbeziehung zwischen seinem Land und den USA Aufs und Abs erlebt. Lösungen sollten nicht durch Konfrontation, sondern durch Beratungen gesucht werden.

Die Volksrepublik sei ein Handelspartner aller Länder und kein Rivale, sagte der Chinese weiter. Parallel mahnte er in seiner Rede, dass das multilaterale Handelssystem vor ernsthaften Herausforderungen stehe. Bestimmte Nationen verstiessen mit einseitigen Praktiken und Handelsabkommen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation, erklärte er, ohne einzelne Länder zu nennen.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die Wichtigkeit von Freihandelsabkommen. Sie erwähnte dabei das kürzlich unterzeichnete Abkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Weitere Abkommen seien etwa mit Indien oder Thailand geplant.

Sie kritisierte zudem die Zolldrohungen aus Washington im Zusammenhang mit der Grönlandkrise. Sie nannte sie «einen Fehler» und befürchtete in eine «gefährliche Abwärtsspirale zu stürzen». Sie meinte, dass die EU «fest, vereint und mit Augenmass» reagieren würde.

Sie erinnerte zudem an den im Juli 2025 getroffenen Handelsdeal zwischen den USA und der EU. «Ein Deal ist ein Deal. Und wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.»

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