Grösste Militärparade unter Macron - Ukraine im Fokus

Keystone-SDA
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Frankreich,

Lange Kolonnen von Soldaten, gepanzerte Fahrzeuge und Militärflugzeuge, an deren Spitze die Kunstflugstaffel «Patrouille de France» Kondensstreifen in den französischen Nationalfarben blau, weiss und rot in den Himmel zieht: Mit seiner letzten Militärparade zum französischen Nationalfeiertag zum Ende seiner zweiten Amtszeit hat Präsident Emmanuel Macron «die strategische Aufrüstung Frankreichs» und «das strategische Erwachen Europas» betonen wollen. Insbesondere aber setzte die Militärparade ein mächtiges Zeichen der Unterstützung der Ukraine.

Truppen der sogenannten «Koalition der Willigen» marschieren während der Militärparade zum Bastille-Tag auf den Champs-Elysees. Foto: Thomas Padilla/AP/dpa
Truppen der sogenannten «Koalition der Willigen» marschieren während der Militärparade zum Bastille-Tag auf den Champs-Elysees. Foto: Thomas Padilla/AP/dpa - Keystone/AP/Thomas Padilla

An der Spitze der Parade auf den Pariser Champs-Élysées marschierten 500 Soldaten aus Mitgliedsländern der sogenannten Koalition der Willigen, die das von Russland angegriffene Land unterstützen. 25 ukrainischen Soldaten marschierten ebenfalls über die Prachtstrasse. Und die Kunstflugstaffel wurde von zwei Mirage-Kampfjets mit französisch-ukrainischer Besatzung begleitet. Jets dieses Typs hatte Paris der Ukraine zur Verfügung gestellt.

Auf der Ehrentribüne wohnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Parade bei, im Schulterschluss mit rund 30 weiteren Staats- und Regierungschefs der Koalition der Willigen sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Frankreich erinnert am Nationalfeiertag an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789, der als symbolischer Beginn der Französischen Revolution angesehen wird.

«Es ist eine grosse Ehre für uns, hier zu sein», reagierte Selenskyj nach der Parade. «Emmanuels Einladung an unsere Verteidiger ist ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung der Stärke der Ukraine, unseres Volkes und unserer Streitkräfte», meinte Selenskyj. «Wir danken unseren Soldaten. Wir danken Frankreich und all unseren Partnern, die der Ukraine zur Seite stehen.»

Die Unterstützung für die Ukraine beschränkte sich in Paris allerdings nicht auf das militärische Schaulaufen bei der Parade: Am Vorabend hatte die von Frankreich und Grossbritannien angeführte Koalition der Willigen bei einem Treffen in der französischen Hauptstadt ihren Willen zur weiteren militärischen Unterstützung der Ukraine bekräftigt. Neben der Zusage weiterer Waffenlieferungen und einer Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr kündigte Macron überraschend erste gemeinsame Manöver der multinationalen Schutztruppe an, mit der die Koalition einen möglichen Waffenstillstand und Friedensschluss in der Ukraine absichern will.

Wie der polnische Ministerpräsident Donald Tusk in Paris sagte, sollen diese Militärmanöver in diesem Herbst in Polen stattfinden. Beteiligt seien Truppen aus Frankreich, Grossbritannien und Polen. Die Übungen sollten die Koalition auf «konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten», sagte Tusk der Nachrichtenagentur PAP zufolge.

Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sagte, sein Land sei auch zu einer ständigen Stationierung von Truppen aus Frankreich und Grossbritannien bereit. «Wenn wir mehr Verantwortung für die Nato-Ostgrenze tragen, dann kommen die, die weit davon entfernt leben, nach Polen», sagte er PAP zufolge in Warschau.

Deutschlands Bundeskanzler Merz hatte den deutschen Beitrag für eine multinationale Truppe für die Ukraine bisher offen gelassen. Auf die angekündigten Manöver ging er in einem Statement am Montagabend in Paris nicht ein. Er sprach lediglich davon, dass die Koalition der Willigen bereit sei, bei den Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand eine «wichtige Rolle» zu spielen in enger Zusammenarbeit mit den USA.

Macrons letzte Militärparade in seiner Amtszeit war mit fast 6.800 beteiligten Soldatinnen und Soldaten nach Angaben des Élysée-Palasts so gross wie nie zuvor. Auch die Zahl der beteiligten Fahrzeuge war deutlich grösser als sonst. Abbilden sollte die Parade im XXL-Format auch Frankreichs gesteigerte Verteidigungsausgaben, die sich seit 2017, als Macron erstmals als Präsident antrat, verdoppelt haben.

Auch Macrons starkem Bekenntnis zu Europa trug die Parade Rechnung – dass am Nationalfeiertag derart viele Truppen aus anderen europäischen Ländern über die Champs-Élysées marschieren, ist nicht jedes Jahr der Fall. Deutschland war mit vier Flugzeugen sowie 21 Soldaten des Artilleriebataillons 295 aus Stetten am kalten Markt an der Parade beteiligt. Das Bataillon untersteht der Deutsch-Französischen Brigade.

Von den Kommentatoren des französischen Fernsehens, das die Parade jeweils in ganzer Länge direkt überträgt, wurden die deutschen Soldaten beim Durchmarsch vor der Ehrentribüne mit derselben Wertschätzung angekündigt, wie alle anderen ausländischen Truppen. Dabei waren deutsche Soldaten am 14. Juli 1994 zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs wieder an einer Militärparade auf französischem Boden beteiligt. Frankreichs damaliger Präsident François Mitterrand wollte damit ein Zeichen für die deutsch-französische Aussöhnung setzen.

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