Bilder privater Überwachungskameras ohne Login im Netz zu finden
Überwachungskameras werden in der Schweiz immer beliebter. Doch: Viele Kameras sind ungesichert. So landen die Aufnahmen für alle zugänglich im Internet.

Das Wichtigste in Kürze
- Überwachungskameras boomen in der Schweiz.
- Doch: Schützt man diese nicht genug, gelangen die Aufnahmen für jeden ersichtlich im Netz.
- Einige Kameras lassen sich so gar von Fremden via Internet steuern – ohne Login.
Weltweit – aber auch in der Schweiz – wird sie immer beliebter: die Überwachungskamera.
Sie wird im öffentlichen Raum installiert, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Private bauen sie an und in ihre Wohnhäuser ein, um sich sicherer zu fühlen.
Selbst im Auto nimmt die Dichte an Überwachungskameras in der Form sogenannter Dashcams zu. Denn so kann man beispielsweise nach einem Unfall besser klären, wer der Verursacher ist.
Kameras streamen für alle ersichtlich live ins Internet
Nur: Die Überwachungskameras sorgen nicht nur für Sicherheit. Das zeigt eine Recherche von SRF.
Vielmehr ritzen sie an der Privatsphäre ihrer Besitzer – und von Drittpersonen. Denn: Viele Kameras sind ungesichert. Sie senden für alle sichtbar ins Internet.
Das Dilemma: Eine Verbindung zum Internet vereinfacht den Zugriff für jene, die die Kameras installieren. Nur: Ist diese Verbindung ungesichert, kann jeder auf die Bilder zugreifen.
Einige Kameras lassen sich aus dem Netz sogar steuern
Mithilfe einer speziellen Suchmaschine konnte SRF 75 solch ungeschützte Kameras im Internet aufspüren. Ihre Bilder sind frei im Internet verfügbar – durchgehend.
Darunter: Der Eingang eines Mehrfamilienhauses und ein Tennisclub.
Die Verbindung war dabei ohne Tricks möglich. Es brauchte weder ein Login noch ein Passwort, noch musste man eine Verschlüsselung knacken oder eine Software-Schwachstelle finden.
Ein weiteres Problem dieser Kameras: Nicht nur erlauben sie jedem, die Bilder im Netz anzusehen. Sie lassen sich auch von jedem via Internet steuern!
Konkret bedeutet das, dass motorisierte Kameras bewegt werden können. Auch das Zoomen ist für jedermann möglich. Ebenso kann man eine Überwachungskamera so einschalten – oder Aufnahmen stoppen.
«Prüfen Sie die technischen Aspekte wie Speicherort und Berechtigungen»
Ebenfalls brisant: Sind auf den Überwachungsbildern beispielsweise Firmenlogos oder Gebäude zu erkennen, kann man herausfinden, wo die Kamera angebracht ist. So kann man eine Liegenschaft ausspionieren und Menschen beobachten. Und beispielsweise einen Einbruch vorbereiten.
Doch wie kann man sich dagegen schützen?
Gegenüber Nau.ch erklärt die Schweizerische Kriminalprävention dazu: «Grundsätzlich sollte der Kamerabesitzer die Daten entsprechend schützen. Sprich, das Netzwerk sichern, starke Zugangssicherheit gewährleisten sowie regelmässige Updates einspielen.»
Und auch die für den Datenschutz zuständige Bundesstelle EDÖB rät: «Bei der Auswahl der Kameras prüfen Sie die technischen Aspekte wie Speicherort und Berechtigungen.» Zudem solle man auch auf die Datenschutzeinstellungen der Kamera achten.












