Gewerkschaft Syndicom stimmt neuer Branchenvereinbarung zu
Die Gewerkschaft Syndicom hat einer Branchenvereinbarung mit dem Verlegerverband Schweizer Medien zugestimmt. Diese legt nach langer Zeit ohne Vertrag wieder Mindeststandards für Medienschaffende in der Deutschschweiz und im Tessin fest.

Die kollektive Vereinbarung sei ein Kompromiss, der mit dem Verlegerverband (VSM) ausgehandelt worden sei, teilte die Gewerkschaft Syndicom am Mittwoch mit. Sie soll nach zwei Jahrzehnten ohne Regelung wieder verbindliche Mindeststandards in einem von Sparrunden geprägten Umfeld schaffen. Die Branchenvereinbarung sei «ein erster Schritt in Richtung eines veritablen Gesamtarbeitsvertrags», teilte Syndicom weiter mit.
Der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hatte die Gewerkschaft vor einer Woche auf Anfrage geschrieben, die Vereinbarung setze «endlich dem Wildwuchs der Arbeitsbedingungen in der privaten Medienbranche ein Ende» und etabliere «dringend benötigte Mindeststandards».
Verbesserungen bringe die Vereinbarung insbesondere für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger. Die vereinbarten Einstiegslöhne sollen über dem bisherigen Niveau liegen.
«Ein kollektiver Vertrag muss zuerst dort ansetzen, wo der Druck am grössten ist: bei den tiefsten Löhnen», wird Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin von Syndicom, in der Mitteilung zitiert. Es seien für rund 20 Prozent der potenziell unterstellten Personen konkrete Verbesserungen zu erwarten.
Ein zentraler Kritikpunkt bleibt laut Syndicom jedoch die Situation der freien Medienschaffenden. Deren Honorare sind in der Vereinbarung nicht verbindlich festgelegt, sondern sollen lediglich als angemessen gelten. Ein Tagessatz unter 550 Franken sei nicht angemessen, so Vonarburg.
Nach der Zustimmung von Syndicom muss nun der VSM am 7. Mai über das Abkommen entscheiden. Damit die Vereinbarung in Kraft tritt, müssen ihr gemäss einer Forderung des VSM genügend Verlage zustimmen, so dass am Ende 3000 Beschäftigte der Vereinbarung unterstellt sind.
Das entspricht drei Viertel der 4000 Medienschaffenden in der Deutschschweiz und im Tessin, die potenziell davon profitieren können. Die Branchenvereinbarung ist auf drei Jahre bis 2029 befristet.










