Gaza-Hilfsflotte legt ungeplant auf Kreta an

Keystone-SDA
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Griechenland,

Rund 30 Boote der sogenannten «Global Sumud Flotilla» mit Gaza-Hilfsgütern sind im Hafen von Ierapetra im Südosten Kretas eingetroffen. Zuvor hatten die Organisatoren auf Anfrage der dpa mitgeteilt, die Flottille habe sichere Gewässer erreicht und formiere sich derzeit neu. Sie sei vollständig bereit, ihre Reise fortzusetzen, «um die illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen», hiess es.

ARCHIV - Die Global Sumud Flottille bereitet sich darauf vor, nach Gaza in See zu stechen. Mehrere Boote sind auf dem Weg von Spanien, um eine erweiterte, vereinte Flotte zu bilden, in ...
ARCHIV - Die Global Sumud Flottille bereitet sich darauf vor, nach Gaza in See zu stechen. Mehrere Boote sind auf dem Weg von Spanien, um eine erweiterte, vereinte Flotte zu bilden, in ... - Keystone/LaPresse/AP/Sebastiano Diamante

Auch Daten eines Online-Trackers der Initiatoren der Flottille sowie des Schiffsverfolgungssystems Marine Traffic zeigen, dass Teile des Bootsverbands in die Bucht von Ierapetra eingelaufen sind. Wie lange die Aktivistenflotte in Ierapetra bleiben wird, war zunächst unklar.

Israels Aussenministerium sagte unterdessen, dass zwei der Aktivisten zu Befragungen nach Israel gebracht würden. Ein Mann werde verdächtigt, Verbindungen zu einer Terrororganisation zu haben. Einem weiterem warf das Aussenministerium «illegale Aktivitäten» vor. Details zu den Anschuldigungen wurden in beiden Fällen zunächst nicht genannt. Auch wie genau beide nach Israel gebracht werden sollen, blieb vorerst offen.

Die israelische Marine hatte in der Nacht zum Donnerstag mehr als 20 Schiffe der «Global Sumud Flotilla» abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland erklärte sich bereit, die von der israelischen Marine festgenommenen Personen aufzunehmen und ihre Rückreise in die Herkunftsländer zu ermöglichen. Wie griechische Medien übereinstimmend berichteten, seien diese Menschen am Freitag zum kleinen Hafen von Atherinolakos im äussersten Südosten Kretas gebracht worden. Sie sollten danach in die kretische Hafenstadt Heraklion reisen.

Das israelische Vorgehen gegen den internationalen Schiffsverband mit Gaza-Hilfsgütern im Mittelmeer löste in Berlin und Rom grosse Sorge aus. Eine gemeinsame Erklärung legt nahe, dass der Stopp der Flottille in internationalen Gewässern aus Sicht der beiden Regierungen möglicherweise nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist. Israel betont dagegen, das Vorgehen gegen die Aktivisten stehe im Einklang mit dem Völkerrecht.

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Kommentare

User #4281 (nicht angemeldet)

Israel hat frühere Flotilla-Hilfsmissionen übrigens auch schon einfach ermordet. Das war lange vor dem Oktober... Für all die Propagandisten natürlich unmöglich, weil die ganze Geschichte ja im Oktober 2023 begann. Nicht etwa mit der Nakba und Gründung Israels auf de facto gestohlenem palästinensischen Land und der Tötung und Vertreibung Hundertausender in den 40er Jahren...

User #4281 (nicht angemeldet)

Kurz eine Keystone-Meldung muss reichen. Man stelle sich vor, der soldatische Arm der Hamas würde komplett Israel vernichten, 100'000 ermorden und verstümmeln und aushungern und alles gnadenlos abriegeln, inklusive Journalisten töten. Und eine Rettungsmission aus Freiwilligen würde sich dem entgegenstellen und versuchen nach Israel zu gelangen um Hilfe zu leisten... Man kann sich das gar nicht vorstellen, weil die Welt längst, längst eingegriffen hätte. Aber sind ja nur Palästinensische Menschen, die sind offenbar für viele rein gar nichts wert. Quo vadis Europa?

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