Stadt Zürich

Anlaufstelle für auswärtige Drogensüchtige in Zürich bleibt

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Das Stadtzürcher Parlament hat sich klar für die Weiterführung der Anlaufstelle für auswärtige Drogenkonsumenten ausgesprochen. Die SVP forderte am Mittwoch deren sofortige Schliessung.

Die Anlaufstelle für auswärtige Crack-Konsumenten in Zürich wird gegen den Widerstand der SVP beibehalten. (Archivbild)
Die Anlaufstelle für auswärtige Crack-Konsumenten in Zürich wird gegen den Widerstand der SVP beibehalten. (Archivbild) - KEYSTONE/ANDREAS BECKER

Die SVP verlangte erneut mehr Repression gegen Konsumentinnen und Konsumenten von Crack und Freebase. Die Schaffung einer Anlaufstelle an der Bederstrasse für Personen, die nicht aus der Stadt Zürich kommen, versuchte sie im Herbst 2025 per Vorstoss zu verhindern. Damit kam sie zu spät, darum forderte die Partei jetzt die sofortige Schliessung. Samuel Balsiger (SVP) fand etwa: «Auswärtige Konsumenten sollen immer wieder weggewiesen werden, bis sie zermürbt sind und nicht mehr kommen».

Keine der anderen Parteien unterstützte die Forderung. Eine Schliessung sei der falsche Weg, fanden sie. Mehrere Rednerinnen und Redner forderten aber auch, dass andere Gemeinden mehr Verantwortung für Drogenkonsumenten aus ihren Orten übernehmen müssten.

So lehnte Rahel Hofstetter (GLP) den Vorstoss «entschlossen ab». Sie habe aber Sympathie dafür, weil andere Gemeinden ihre Verantwortung nicht wahrnehmen würden. Marita Verbali (FDP) sagte, ihre Partei sei durchaus kritisch bezüglich des Angebots für Auswärtige. Es müsse sich noch zeigen, ob dieses wirklich eine Entlastung bringe, die Schliessung sei aber falsch.

Deutlicher wurden die beiden AL-Vetreter Moritz Bögli und David Garcia Nuñez. «Sie sprechen über Menschen wie Zalando-Päckli», fand Garcia Nuñez. Wenn die SVP Lösungen wolle, solle sie mit Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und weiteren SVP-Vertretern aus anderen Gemeinden sprechen. «Stattdessen langweilen sie uns hier mit pseudo-provokativen Vorstössen».

Sein Parteikollege Bögli verwies darauf, dass ständiges Wegweisen schon im Bern der 1990er-Jahre nicht funktioniert habe. «Die Leute kamen einfach immer wieder». Der grösste Teil des Geldes gehe bei der Vier-Säulen-Politik in die Repression, nicht in die Prävention, meinte er. Noch mehr Repression bringe nichts.

Sozialvorsteherin Céline Widmer (SP) hielt fest, dass die Triage in der neuen Anlaufstelle Entlastung gebracht habe, etwa rund um die Bäckeranlage. «Eine Schliessung kann man nicht ernsthaft vertreten». Mit anderen Gemeinden arbeitet die Stadt an Lösungen.

Die SVP versuchte weiterhin, die anderen umzustimmen. Die Lage beim Hauptbahnhof und der Bäckeranlage sei nicht mehr tragbar, sagte Michele Romagnolo. Eine medizinische Erstversorgung von auswärtigen Süchtigen akzeptiere die SVP, «aber nur wenn die Leute danach konsequent zurückgeführt werden».

Balsiger fand, dass der Rechtsstaat durchgesetzt werden müsse. Die Situation in der Bäckeranlage habe sich durch mehr Repression gebessert. Der Rat lehnte den Vorstoss dennoch mit 101 zu 15 Stimmen ab.

Es war bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass sich das Parlament mit einem SVP-Vorstoss zur Crack-Szene in Zürich befassen musste. Im Anschluss wurde auch noch eine Interpellation zur Crack-Situation um die Bäckeranlage und die Sihlpost behandelt.

Die anderen Parteien hatten offenbar aber keine Lust mehr auf eine Diskussion. So sprachen nur noch SVP-Vertreter zur Antwort des Stadtrats. Diese sei ungenügend und zeuge von einem «kolossalen Staatsversagen» hiess es etwa, oder dass es «unmenschlich» sei, eine offene Drogenszene dauerhaft zu akzeptieren.

Stadträtin Widmer, selber Anwohnerin der Bäckeranlage, lud die SVP ein, in der Parkanlage mit ihr ein Bier oder einen Kaffee trinken zu gehen. «Die Lage ist nicht so schlimm, wie sie es darstellen», sagte sie.

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

Für sowas zahlt die arbeitende Bevölkerung Steuern

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