G7-Gipfel: Genfer Läden verbarrikadieren sich – Material wird knapp!
Vor dem G7-Gipfel in Évian geraten Genfer Schreinereien an ihre Kapazitätsgrenzen. Material und freie Handwerker für Schutzvorkehrungen werden knapp.

Das Wichtigste in Kürze
- Genfer Läden rüsten sich vor dem G7-Gipfel – eine Materialknappheit droht.
- Schreinereien sind ausgebucht, da die Ladenfronten werden gesichert werden.
- Für den Sonntag ist eine grosse Demonstration angekündigt.
Vor dem G7-Gipfel im französischen Évian stossen Genfer Schreinereien an ihre Grenzen.
Weil zahlreiche Geschäfte ihre Ladenfronten gegen mögliche Ausschreitungen sichern lassen, werden Schutzmaterial und freie Kapazitäten bei Handwerkern knapp.
In den Stadtgebieten, die als besonders gefährdet gelten, hätten sich «die meisten Geschäfte für Schutzmassnahmen entschieden.» Das sagte Flore Teysseire, Generalsekretärin des Gewerbeverbands Genève Commerces, am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

An der Rue du Rhône bleiben die Geschäfte sogar geschlossen.
Die Kosten für die Sicherung der Ladenfronten bewegen sich zwischen 3000 und 100'000 Franken.
Vor G7-Gipfel: «Schreinereien sind ausgebucht»
Seit der Ankündigung einer bewilligten Demonstration am kommenden Sonntag nun auch dort zahlreiche Geschäftsinhaber, ihre Lokale zu schützen. Für viele komme dies jedoch zu spät. «Die Schreinereien sind ausgebucht oder verfügen kaum noch über Material», erklärte Teysseire.
Wie hoch die wirtschaftlichen Einbussen ausfallen werden, lässt sich derzeit nicht beziffern. Viele Unternehmen veröffentlichten ihre Umsatzeinbussen in solchen Situationen nicht.
Die Auswirkungen dürften sich jedoch über die gesamte Gipfelwoche erstrecken. Ergebnisse einer Umfrage unter den Mitgliedern von Genève Commerces werden Anfang Juli erwartet.
Zusätzliche Belastungen entstehen durch die verschärften Grenzkontrollen während dem G7-Gipfel.
Obwohl die Zollstellen geöffnet bleiben, dürften längere Wartezeiten den Arbeitsweg vieler Beschäftigter erschweren. Und sich damit auch auf die Geschäftstätigkeit auswirken. Davon betroffen sind insbesondere Restaurants und Cafés.
Kritik an Entschädigungsfonds für G7-Gipfel
Auch die Gastronomiebranche zeigt sich besorgt.
Simon Brandt kritisiert den vom Staatsrat beschlossenen Entschädigungsfonds von sechs Millionen Franken. Er ist Direktor des Genfer Branchenverbands für Cafés, Restaurants und Hotels.
Dieser Fonds decke lediglich Schäden durch Sachbeschädigungen ab. Betriebsverluste sowie die Kosten für Schutzmassnahmen würden hingegen nicht entschädigt.
«Es geht um einige Millionen Franken, nicht um Hunderte Millionen», sagte Brandt. Während der Covid-19-Pandemie seien vergleichbare Unterstützungen ebenfalls möglich gewesen.
Genfer Beizen schliessen während G7-Gipfel
Er zeigt sich überzeugt, dass die Behörden ihre Haltung nach dem Gipfel überdenken würden. Dies, falls kleinere Betriebe in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Einige Gastwirte hätten bereits auf Schutzmassnahmen verzichtet, weil ihnen die nötigen Mittel fehlten. Zahlreiche Restaurants planen zumindest am Tag der Demonstration die Schliessung.
Im Quartier der internationalen Organisationen werden laut Brandt einzelne Betriebe sogar die gesamte Gipfelwoche geschlossen bleiben. Da mit einem deutlichen Rückgang der Geschäftstätigkeit gerechnet wird.



















