Travailsuisse

Für Travailsuisse bleibt Ablehnung des EU-Vertragspakets Option

Keystone-SDA
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Bern,

Sollten die 14 Massnahmen, die den Lohnschutz in der Schweiz garantieren sollen, nicht durchkommen, wäre eine Ablehnung für Travailsuisse eine Option.

Schweiz EU
Bringen Streichungen beim Lohnschutz das EU-Vertragspaket zu Fall? Das fürchten nach dem Entscheid der Ständeratskommission Befürworter der EU-Verträge. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wirtschaftskommission des Ständerats lehnt einen Teil des Lohnschutzes im EU-Vertragspaket ab.
  • Für Travailsuisse kommt dieser Entscheid überraschend.
  • Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich kann das «nicht nachvollziehen».

Die Wirtschaftskommission des Ständerats hat diese Woche Teile des EU-Vertragspakets abgelehnt, das die Sozialpartner zum Schutz der Löhne im Vertragspaket mit der EU ausgehandelt haben. Für Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich ist dieser Entscheid überraschend und unverständlich.

Der Gewerkschafts-Dachverband unterstütze das EU-Vertragspaket nicht um jeden Preis. Sollten die 14 Massnahmen, die den Lohnschutz in der Schweiz garantieren sollen, nicht durchkommen, wäre eine Ablehnung eine Option, sagte Wüthrich in der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio SRF.

Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich
Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich. - keystone

Am Dienstag hatte die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) beantragt, das EU-Vertragspaket ohne zusätzlichen inländischen Kündigungsschutz für Personalvertretungen umzusetzen. Zudem lehnte sie die Forderung der EU nach einer Neuregelung der Kaution ab.

Ausserdem sprach sie sich gegen eine verschärfte Subunternehmerhaftung aus. Die WAK-S-wurde sowohl von linker Seite als auch vom Arbeitgeberverband kritisiert.

Travailsuisse-Präsident kann Kommissionsentscheidung «nicht nachvollziehen»

Was die WAK-S beschlossen hat, kann Gewerkschafter Wüthrich «nicht nachvollziehen». Die Sozialpartnerschaft werde in der Schweiz hochgehalten und die Sozialpartner hätten zusammen mit dem Bundesrat sehr lange und intensiv darum gerungen.

Was hältst du vom Kommissionsentscheid?

Mit dem Kompromiss werde der Lohnschutz nicht besser, aber er könne mit den 14 Massnahmen modernisiert werden. Ein gutes Verhältnis zur EU zu haben, sei aber wichtig, die Zeche dafür sollten nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen müssen, so Wüthrich.

Am Freitag gab die Aussenpolitische Kommission des Ständerats (APK-S) Gegensteuer. Sie unterstützt die Lohnschutzmassnahmen der Sozialpartner und will das vom Bundesrat beschlossene Paket durchwinken. Die Mehrheit halte es für unerlässlich, dem Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern zu folgen, hiess es.

Als Nächstes ist die kleine Kammer am Zug. Sie wird das ganze EU-Vertragspaket voraussichtlich in der Herbstsession zum ersten Mal beraten. Das Paket enthält eine Vielzahl von Gesetzesänderungen und Bundesbeschlüssen.

Kommentare

User #1447 (nicht angemeldet)

Die Antwort ist ganz einfach. Internationales Recht vor nationalem Recht und jeder der damit etwas anfangen kann, kann die Unterschrift suchen und finden. Der Rest ergibt sich von alleine und setzt die angebliche Demokratie auf das Abstellgleis.

User #1447 (nicht angemeldet)

Alles wird beschlossen ohne das Volk das nennt man Demokratie und wenn das Volk abstimmen darf wird es nicht umgesetzt oder falsche Resultate präsentiert. Alles wurde dem Volk bereits schon unter die Nase gerieben aber es gibt doch noch so manche welche der Politik vertrauen.

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