Travailsuisse fordert für 2027 eine Lohnerhöhung von 2 Prozent
Kommendes Jahr dürften die Gehälter laut KOF Institut im Durchschnitt steigen. Travailsuisse fordert eine Erhöhung von zwei Prozent.

Das Wichtigste in Kürze
- Travailsuisse fordert eine Lohnerhöhung von zwei Prozent für das Jahr 2027.
- Betriebe werden die Löhne im Jahr 2017 wohl durchschnittlich um 1,2 Prozent erhöhen.
- Unternehmer gehen jedoch von einer Inflation aus.
Travailsuisse fordert eine allgemeine Lohnerhöhung von 2 Prozent für das Jahr 2027. Der Gewerkschaftsdachverband will damit die Stagnation der Reallöhne und den Anstieg der Lebenshaltungskosten ausgleichen.
Die Kaufkraft der Arbeitnehmer sei in den letzten Jahren gesunken, was auf die seit zehn Jahren stagnierenden Reallöhne zurückzuführen sei, beklagte Travailsuisse am Montag vor den Medien in Bern. Besonders stark belaste die Haushalte der starke Anstieg der Krankenkassenprämien.
Zwischen 2023 und 2026 belief sich der durch die Krankenkassenprämien verursachte Einkommensverlust laut dem Dachverband auf 1,3 Prozent für eine alleinstehende Person und auf 2 Prozent für eine Familie mit zwei Kindern. Dies entspreche einer zusätzlichen jährlichen Belastung von 1160 beziehungsweise 2700 Franken.
Der schwindende finanzielle Spielraum bremse den Konsum und werde für eine wachsende Zahl von Menschen ein Problem, so Travailsuisse weiter.
Löhne dürften laut KOF-Umfrage 2027 steigen
Unternehmen in der Schweiz rechnen 2027 mit Lohnerhöhungen. Laut einer Erhebung des KOF Instituts werden die Betriebe in der Lohnrunde 2027 die Gehälter durchschnittlich um 1,2 Prozent erhöhen.
An der Umfrage, die der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA» vorliegt haben laut den Angaben rund 3500 Firmen aus dem Privatsektor teilgenommen. Zuerst hatte am Sonntag die «NZZ» über die Umfrage berichtet.

Gleichzeitig dürfte die Inflation laut den KOF-Prognosen 2027 rund 0,5 Prozent betragen. In diesem Szenario bliebe den Beschäftigten somit ein Reallohnzuwachs von gut 0,7 Prozent.
Damit könnte 2027 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein erfreuliches Lohnjahr werden, wie die Zeitung weiter schreibt. Zwischen 2014 und 2023 habe das reale Lohnwachstum hierzulande bei lediglich 0,2 Prozent pro Jahr gelegen.
«Die Zahlen können sich angesichts von Belastungen wie den amerikanischen Zöllen oder dem Iran-Krieg durchaus sehen lassen», wird KOF-Ökonom Michael Siegenthaler in der «NZZ» zitiert.
Inflation als Spielverderberin?
Allerdings rechnen die Unternehmen selbst laut der Umfrage mit einer deutlich höheren Inflation als das KOF Institut, und zwar mit 1,1 Prozent. Damit bliebe den Angestellten nach Abzug der Inflation real nicht viel mehr Lohn übrig.
Nach Branche sticht laut der «NZZ» das Baugewerbe als Spitzenreiter hervor. Es sei die einzige Branche, in der die Firmen nominal und real mit höheren Lohnanpassungen rechneten als vor einem Jahr. Sie erwarteten der Umfrage zufolge ein nominales Plus von 2 Prozent (Vorjahr: 1,6 Prozent).
Gründe dafür sind laut dem KOF Institut die gute Geschäftslage und der Fachkräftemangel.

Am deutlichsten sanken die Erwartungen hingegen bei den Banken: Während sie im Vorjahr von einem Lohnplus von 1,4 Prozent ausgingen, werde nun nur noch eine Steigerung von 0,8 Prozent erwartet.
Eine Rolle spielen könnten laut Siegenthaler der Zusammenschluss der UBS und der CS, der Einsatz von KI sowie eine wachsende Konkurrenz durch Online-Angebote.












