Die 24-jährige Russin Sofia Sapega ist während eines Prozesses hinter verschlossenen Türen von einem Gericht in Belarus schuldig gesprochen worden.
Sofia Sapega beim Prozessauftakt Ende März
Sofia Sapega beim Prozessauftakt Ende März - BELTA/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Sofia Sapega war in sieben Punkten angeklagt.
  • Darunter «Anstachelung zu sozialem Hass» sowie «Gewalt oder Drohungen» gegen die Polizei.
  • Ihr Freund war früher Chefredakteur des oppositionellen Telegram-Nachrichtenkanals Nexta.

Knapp ein Jahr nach ihrer Festnahme ist die Freundin des belarussischen Regierungskritikers Roman Protassewitsch nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten in Belarus zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die 24-jährige Russin Sofia Sapega sei während eines Prozesses hinter verschlossenen Türen von einem Gericht in Grodno schuldig gesprochen worden, teilte das belarussische Menschenrechtszentrum Wjasna am Freitag mit. Sapega war in sieben Punkten angeklagt. Dazu zählten «Anstachelung zu sozialem Hass» sowie «Gewalt oder Drohungen» gegen die Polizei.

Belarus hatte im Mai 2021 eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius unter dem Vorwand einer Bombendrohung mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Dort wurden Sapega und ihr im Exil lebender Freund Protassewitsch festgenommen.

Erzwungene Äusserungen?

Nach ihrer Festnahme wurden Videos veröffentlicht, in denen Protassewitsch und Sapega ein «Geständnis» ablegten. Nach Einschätzung ihrer Unterstützer wurden diese Äusserungen von den Behörden erzwungen. Sapega kooperierte nach ihrer Festnahme mit den Behörden und bat den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko um ihre Freilassung.

Protassewitsch war früher Chefredakteur des oppositionellen Telegram-Nachrichtenkanals Nexta. Über Nexta waren nach der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl in Belarus im August 2020 hunderttausende Demonstranten mobilisiert worden. Protassewitsch war bereits 2019 aus seiner Heimat geflohen.

Dem 26-Jährigen wird vorgeworfen, Massenproteste ausgelöst zu haben, worauf in Belarus bis zu 15 Jahre Haft stehen. Der Geheimdienst warf ihm zudem vor, an «terroristischen Aktivitäten beteiligt» gewesen zu sein. Auf Terrordelikte steht die Todesstrafe, die in Belarus auch weiter vollstreckt wird. Protassewitsch wartet derzeit im Hausarrest auf seinen Prozess.

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