François Bayrou steht vor großen Herausforderungen

    Dennis Kittler
    Dennis Kittler

    Frankreich,

    Frankreichs neuer Premierminister François Bayrou steht vor der Aufgabe, eine stabile Regierung zu bilden und die politische Blockade zu überwinden.

    François Bayrou
    Auf Frankreichs neuen Premierminister François Bayrou wartet jede Menge Arbeit. - keystone

    Frankreichs neuer Premierminister François Bayrou steht vor enormen Herausforderungen. Er muss eine Regierung bilden, die nicht bei der nächsten Gelegenheit durch ein Misstrauensvotum gestürzt wird.

    Am Freitag war der 73-jährige Zentrumspolitiker von Präsident Emmanuel Macron ernannt worden. Die Ernennung erfolgte neun Tage nach dem Sturz der vorherigen Regierung unter Michel Barnier.

    Barnier hat sein Rücktrittsgesuch bei Präsident Macron eingereicht (Archivbild).
    Neun Tage nach dem Rücktritt von Michel Barnier (rechts) als Premierminister übernimmt François Bayrou das Amt. - Aurelien Morissard/Xinhua/dpa

    Bayrou, Gründer der zentristischen Partei Demokratische Bewegung (MoDem), ist in der französischen Politik kein Unbekannter. Laut «Euronews» kann er auf eine lange politische Karriere als Europaabgeordneter, Bürgermeister und ehemaliger Minister zurückblicken.

    François Bayrou spricht von einem «Himalaya-Gebirge» an Herausforderungen

    Die politische Situation in Frankreich ist äusserst komplex. Das Parlament ist tief gespalten, mit drei etwa gleich grossen, aber ideologisch gegensätzlichen Parteienblöcken.

    «ZDF» zufolge haben die Konservativen und Teile der Linken zumindest eine Duldung des neuen Premiers zugesagt. François Bayrou selbst ist sich der Schwierigkeiten bewusst.

    Er sprach von einem «Himalaya-Gebirge» an Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die hohen Schulden Frankreichs und den Haushaltsstreit.

    Macron Regierung
    Präsident Emmanuel Macron steht unter Druck. - keystone

    Der neue Premierminister kündigte an, die Spaltung der Gesellschaft überwinden zu wollen. Laut «dpa» möchte er «die gläserne Mauer, die zwischen Bürgern und der Macht errichtet wurde», niederreissen.

    Kritiker: Macron ignoriert Wahlergebnis

    Die Ernennung Bayrous stösst nicht überall auf Zustimmung. «Tagesschau» berichtet, dass einige Kritiker Macron vorwerfen, mit dieser Wahl erneut das Wahlergebnis vom 7. Juli 2024 zu missachten. Das Linksbündnis NFP hatte seinerzeit die meisten Stimmen erhalten.

    Experten sehen in Bayrou jedoch eine logische Wahl. Christophe Boutin, Politikwissenschaftler an der Universität Caen, erklärte gegenüber «Euronews»: «Bayrou ist die logische Wahl, weil er viele Kriterien erfüllt».

    Er sei in der Öffentlichkeit gut bekannt und habe sich gegenüber den meisten politischen Parteien wenig feindselig verhalten.

    Bereitet dir das politische Chaos in Frankreich Sorge?

    Ob Bayrou die politische Blockade überwinden und eine stabile Regierung bilden kann, bleibt abzuwarten. Macron hofft laut «Euronews», dass Bayrou mindestens bis Juli durchhält, wenn neue Parlamentswahlen abgehalten werden können.

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    Kommentare

    User #6203 (nicht angemeldet)

    Auch wenn er seinen Job noch gut machen wird; hier geht es nun um Macron, und da werden alle Lager ihre Register ziehen.

    User #5781 (nicht angemeldet)

    Aktuell hat Frankreich das Potential mit seinen Schulden den Euro in einen schweren, selbstzerstörerischen Sog ☠️ runter zu reissen.

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