Haft

Ex-Soldat nach Ultimatum an Putin in Haft

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Russland,

Ein ehemaliger russischer Frontsoldat ist nach Kritik an der Kriegsführung nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin festgenommen worden.

Alexander Lunin
Der ehemalige russische Soldat Alexander Lunin ist verhaftet worden. - Screenshot Instagram

Das Wichtigste in Kürze

  • Lunin fordert Putin in einem viralen Video heraus.
  • Nach der Drohung durchsucht die Polizei nachts sein Haus und nimmt ihn fest.
  • Der Ex-Soldat wird für elf Tage in Ordnungshaft gesteckt.

Der ehemalige Frontsoldat Alexander Lunin hat ein Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin über die wahre Lage an der Front gefordert – und ein Treffen mit der Polizei bekommen. Lunin sei für elf Tage in Ordnungshaft genommen worden, teilte ein Bekannter des Militärbloggers auf dessen Telegramkanal mit.

Zuvor hatten Beamte bereits eine nächtliche Durchsuchung in Lunins Haus in der westrussischen Region Woronesch durchgeführt.

Ausgangspunkt war ein Video Lunins, das unter anderem in Russland Wellen schlug. Der Mann hatte im eigentlich in Russland verbotenen Netzwerk Instagram erklärt, er müsse Putin bei einer Live-Audienz die «ganze Wahrheit über das, was bei uns im Land passiert», sagen. An der Front würden Soldaten von ihren Vorgesetzten ausgebeutet, gequält und verheizt, klagte er.

Kann sich Putin noch lange an der Macht halten?

«Wenn ich nicht in Kürze neben Ihnen live im Fernsehen auftrete, dann richtet die Armee ihre Waffen auf den Kreml», drohte er. Zugleich behauptete er, von ranghohen Militärs und Beamten zu der Forderung veranlasst worden zu sein. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Video etwa zehn Millionen Mal aufgerufen und erhielt Hunderttausende Likes.

Kreml hält sich zurück

Auf das Video musste schliesslich auch der Kreml reagieren. Von der Forderung nach einer Audienz bei Putin habe man gehört, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. «Man muss sich das erst einmal anschauen», gab er sich angesichts zunehmender Kritik an der Kriegsführung Russlands – auch bei der eigenen Truppe – zunächst zurückhaltend.

Während Lunin offenbar weiter auf ein Treffen mit Putin hoffte, wurde anschliessend die Justiz aktiv. In der Nacht durchsuchte die Polizei nach Angaben von Lunins Ehefrau das Wohnhaus des Ex-Frontsoldaten, den sie dabei aber zunächst nicht antrafen. Er wurde demnach später auf dem Weg nach Moskau verhaftet.

Kommentare

User #2602 (nicht angemeldet)

Wenn das Video "in Kürzester Zeit" von "mehreren Millionen Menschen" angesehen wurde, dann hat der Algorithmus von Instagram da kräftig mitgeholfen. Die Frage wurde nicht beantwortet (und wird wohl jetzt von den russischen Behörden untersucht), wer diesen "ehemaligen Frontsoldaten" zu seinem Auftritt bewogen hat. Wurde ihm ein Aufenthalt im Westen - wie z.B. Nawalny - versprochen?

User #2658 (nicht angemeldet)

Warscheinlich ähnliches oder noch schlimmeres würde in jedem ach so demokratischen Staat in Europa passieren. Beispiel: In DE wurde jemand vom Gericht verurteilt weil er den amtierenden Kanzler als Lügenfritze bezeichnet hat. Dies obwohl es für diese Lügen genügend öffentliche Aufnahmen des Fernsehens gibt. Eine öffentliche Bedrohung hätte wohl noch andere Konsequenzen wahrscheinlich auch in der Schweiz. Also hört auf mit euerer gespielten Entrüstung.

Weiterlesen

28 Interaktionen
Moskau
Kreml
22 Interaktionen
Moskau
Wladimir Putin
155 Interaktionen
Finanzbeamte warnen

MEHR IN POLITIK

2 Interaktionen
London
Handyverbot Smartphone Schule
Basler interessiert
9 Interaktionen
Tampa

MEHR HAFT

Susann E
1 Interaktionen
Dresden
Genua
51 Interaktionen
43 Tote
Regensdorf
14 Interaktionen
Regensdorf
Juwelier
20 Interaktionen
Rom

MEHR AUS RUSSLAND

drohne
72 Interaktionen
Drohnen
Putin
24 Interaktionen
St. Petersburg
ukraine soldat
18 Interaktionen
Verletzte
Wladimir Putin
64 Interaktionen
Unter Druck