EU

    EU verhängt Sanktionen gegen China wegen Vorgehens gegen Uiguren

    AFP
    AFP

    Belgien,

    Erstmals seit drei Jahrzehnten hat die EU Sanktionen gegen China wegen Menschenrechtsverstössen verhängt.

    Flaggen von China und der EU
    Flaggen von China und der EU - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Erstmals seit 1989 verhängt die EU Sanktionen über China.
    • Diese gründen in den Menschenrechtsverstössen im Hinblick auf die Uiguren-Lager.
    • Mindestens eine Million Uiguren sollen in den Lagern inhaftiert sein.

    Erstmals seit drei Jahrzehnten hat die EU Sanktionen gegen China wegen Menschenrechtsverstössen verhängt. Die EU-Aussenminister beschlossen die Strafmassnahmen am Montag wegen des Vorgehens gegen die muslimische Minderheit der Uiguren, wie die Nachrichtenagentur AFP aus EU-Kreisen erfuhr.

    Demnach werden vier Partei- und Regionalvertreter sowie eine Organisation aus der Provinz Xinjiang auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Ihre Namen sollen noch am Montag im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

    Erste Sanktionen seit 1989

    Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind in Xinjiang mindestens eine Million Uiguren und andere Muslime in hunderten Haftlagern eingesperrt. Dort werden sie den Angaben zufolge zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Peking weist die Vorwürfe zurück und spricht von Ausbildungs- und Arbeitsprogrammen, die Extremismus in der Regionen bekämpfen sollen.

    Uiguren
    Zahlreiche chinesische Soldaten patrouillieren durch eine uigurische Nachbarschaft. - Keystone

    Es sind die ersten Sanktionen gegen China wegen Menschenrechtsverstössen seit der Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989. Seit damals gilt ein Waffenembargo. Im Juli vergangenen Jahres hatte die EU dann Sanktionen wegen Cyberangriffen verhängt. Betroffen waren zwei Chinesen und eine chinesische Firma.

    Sanktionen auch gegen Russland

    Die EU setzt für die Sanktionen einen im Dezember verabschiedeten Rechtsrahmen ein, durch den Menschenrechtsverletzungen weltweit besser geahndet werden sollen. Betroffen von dem Beschluss vom Montag sind nach Angaben aus EU-Kreisen rund ein dutzend Personen und mehrere Organisationen aus sechs Ländern. Neben China geht es auch um Menschenrechtsverletzungen in Eritrea, Libyen, Nordkorea, Russland und im Südsudan.

    Ein uigurischer Chinese arbeitet in einer Metzgerei.
    Ein uigurischer Chinese arbeitet in einer Metzgerei. - Keystone

    Durch die Sanktionen werden gegen Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen Einreiseverbote verhängt und ihre möglichen Vermögen in der EU eingefroren. Bei Organisationen oder Unternehmen werden gleichfalls Guthaben blockiert und Geschäfte mit ihnen untersagt.

    Erstmals hatte die EU ihre neuen Menschenrechtssanktionen Anfang März im Fall des inhaftierten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny eingesetzt. Dabei wurden vier leitende Vertreter des russischen Justiz- und Strafverfolgungssystems auf die EU-Sanktionsliste gesetzt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Brüssel
    Brüssel

    MEHR IN POLITIK

    donzallaz
    Nach Leak
    Krawalle Europa
    18 Interaktionen
    Paris/Zürich/Wien/Tirana/Lissabon
    Brennbare Dekorationen
    1 Interaktionen
    Wien
    Ausschreitungen
    2 Interaktionen
    Paris

    MEHR EU

    Mark Carney
    44 Interaktionen
    Montreal
    Kanada EU
    11 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    26 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    Eufor Soldaten
    14 Interaktionen
    Rom/Sarajevo

    MEHR AUS BELGIEN

    merz von der leyen
    19 Interaktionen
    Brüssel
    1 Interaktionen
    Brüssel
    22 Interaktionen
    Brüssel
    Wahl Israel
    12 Interaktionen
    Nach Wahl in Israel